Alles auf Anfang
Nach der Trennung von ihrer Freundin Diana flieht Ellen aus der Großstadt zurück aufs Land, direkt nach der Arbeit fährt sie los und landet auf dem ehemaligen Hof ihrer Eltern. Die neuen Besitzer:innen sind im Urlaub, der Schlüssel liegt noch dort, wo er immer lag. Ohne Nachzudenken zieht sie in ihr ehemaliges Kinderzimmer und wird gedanklich in ihre Kindheit zurückgeworfen. Dann taucht auch noch Max auf, der Nachbarsohn, der im Gegensatz zu ihr geblieben ist. In Erinnerungsfragmenten und sachlichen Einschüben erzählt die Autorin vom Aufwachsen auf dem Land, vom Gefühl, nie richtig zu sein, vom Niedergang der Kleinbauern und den klimatischen Veränderungen, die von Menschen aus städtischen Umgebungen leichter ignoriert werden können. Es ist ein poetischer Text, der es mithilfe einer sinnlichen Sprache schafft, uns Lesenden das Gefühl zu geben, mit dabei zu sein. Die beschriebene Natur wirkt wie ein weiterer Charakter, sie flimmert, atmet und drückt auf eine Weise, die im Gedächtnis bleibt. Es ist auch ein sehr körperlicher Roman, der das Landleben und die Spuren, die es hinterlässt, wie unter dem Brennglas betrachtet und gleichzeitig fragt, wer man sein kann, wenn man aus einer untergegangenen Welt stammt. Sanna Samuelssons Debüt hat mich ganz unerwartet überrascht und begeistert.