Crinch

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senfblüte Avatar

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Der Anfang und auch der Klappentext geben uns ein Setting vor, welches mich interessiert hat. Der Schreibstil springt zwischen den Zeiten und verwebt die Kindheit und die jetzige Situation der Protagonistin.
Aber tatsächlich ist es das dann auch schon alles. Nach dem Weglegen hatte ich das Gefühl der Figur nicht wirklich näher gekommen zu sein und ein Gefühl von - dann hätte ich auch nach dem Klappentext aufhören können, viel schlauer bin ich jetzt auch nicht aus ihr geworden. Ihre Verzweiflung wird deutlich und auch ihre Sehnsucht nach einer Kindheit in der sie sich zwar nach mehr Stadtleben sehnte, in der sie aber behütet und glücklich war - trotz des Kuhgeruchs und der Geringschätzung der Mitschüler.
Irgendwie habe ich die ganze Zeit auf ein "mehr" gewartet, aber in dem schmalen Bändchen wird tatsächlich nur das beleuchtet, was der Klappentext bereits vorgibt. Das könnte trotzdem spannend sein, wenn man dafür die Retrospektive aktiv durchleben und mitleiden, mitfreuen, mitfiebern würde. Doch selbst dramatische Szenen der Vergangenheit werden sachlich lakonisch dargeboten und das Motiv des Melkens - die Verbindung mit den Tieren - wirkt teilweise einfach nur creepy, gerade wenn man sich vorstellt, dass die Protagonistin in ein Haus eindringt, welches vor Jahren ihrer Familie gehört hat und in dem sie aktuell einfach nichts zu suchen hat - außer den Dämonen der Vergangenheit, bleibt nach der Lektüre ein riesiges Fragezeichen.