Ein stilles Buch
Das Cover von "Melken" von Sanna Samuelson ist genauso interessant und ungewöhnlich wie der Roman. Es ist die Geschichte von Ellen, die frisch getrennt von ihrer Freundin Diana aus der Stadt entflieht und den alten Bauernhof ihrer Familie auf dem Land aufsucht. Dieser ist inzwischen verkauft und hat neue Besitzer, die allerdings zu diesem Zeitpunkt verreist sind. Ellen erlebt in Rückblenden Vergangenes aus Kindheit und Jugend und wie diskriminierend es oft für sie war, die Tochter von Bauern zu sein. Sie stellt sich immer wieder die Frage, wo man hingehört und wo man glücklich sein kann. Der Sprachstil ist sehr körperlich, ungeschönt, bisweilen roh und auch wiederum wunderschön poetisch. Samuelsson ist eine wahre Sprachakrobatin. Allein schon aus diesem Grund, ist dieses stille und unaufgeregte Buch lesenswert und in keinster Weise langweilig.