Eine Reise zurück zu den Wurzeln

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me.kristin Avatar

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Sanna Samuelssons Debütroman „Melken“ ist eine faszinierende, fast schon physisch spürbare Auseinandersetzung mit der eigenen Herkunft und der ungeschönten Realität des bäuerlichen Lebens. Die Geschichte folgt einer jungen Frau, die aus der Stadt zurückkehrt auf den Hof ihrer Eltern, um dort während des Sommers auszuhelfen. Was als Rückkehr in die Kindheit beginnt, entpuppt sich schnell als eine tiefgreifende Suche nach der eigenen Identität zwischen harter körperlicher Arbeit und der Melancholie des Verfalls.

Das Cover besticht durch eine schlichte, aber eindringliche Ästhetik. Die Darstellung, die oft Natur- oder Tiermotive in einer eher rauen, erdigen Tonalität nutzt, fängt die Stimmung des Romans perfekt ein. Es wirkt unaufgeregt und doch intensiv, genau wie der Inhalt des Buches, das ohne Kitsch auskommt und stattdessen die raue Schönheit des Landlebens betont.

Samuelssons Schreibstil ist auf der einen Seite eher sachlich und auf der anderen Seite durchaus tief gehend und emotionalisierend. Die Beschreibungen der Gegebenheiten sind teilweise so nah, dass man das Gefühl hat, selbst im Stall zu stehen.

Ein kleiner Punktabzug erfolgt lediglich für das Erzähltempo, das im Mittelteil sehr entschleunigt ist und ein wenig Geduld fordert.