Erdige Prosa aus Schweden

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merkurina Avatar

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“Melken” ist für meine Lesegewohnheiten eine recht ungewohnte Prosa. Tief versenkt ins ländliche, ehemals landwirtschaftlich geprägte Gebiet. Ohne jegliche Romantisierung.
Nennt man das “Nature writing”? Kann sein. Der Blick einer jungen Generation auf die abgelegene Provinz ist mir aus “Krummholz”, auch aus “Von Norden rollt ein Donner” bekannt. Jedes dieser Bücher hat seine eigene Form und Sprache gefunden.
Bei “Melken” ist es eine erstaunliche Kombination aus Rohem und Derben - was über schlichte Bodenständigkeit hinaus geht - und einer aufsehenerregend einfallsreichen Sprache. Aus Poesie und absolut konkreten körperlichen, erdigen, schmutzig dampfenden Details zuweilen.
Statt Romantik tritt queere Rebellion und ratlose Melancholie auf den Plan.
Obwohl mir die Sprache sehr gefiel, war mir das Buch mit der Zeit dann doch motivisch etwas eintönig, der Plot, soweit er überhaupt existiert, eher spannungsarm.