Hausbesetzerin im Gestern
Dieses 150 Seiten kurze Buch mit unscheinbarem Cover täuscht! Es hat eine gewaltige, beinahe körperliche Intensität. Mich hat es bereits beim Prolog erwischt, in den ich mich hätte reinlegen können. Wie können gerademal zehn Zeilen einen solchen Sog entfalten?
Die junge Schwedin Ellen hat die Trennung von ihrer Partnerin hinter sich. Aus der Bahn geworfen, fährt sie raus aus der Stadt und landet intuitiv auf dem Bauernhof, der einst ihrer Familie gehört hat. Wie sich herausstellt, sind die neuen Eigentümer verreist. Spontan nistet sich Ellen wieder im alten Kinderzimmer ein und fühlt sich zwischen Eindringling und Heimkehrerin. Immer tiefer taucht sie in lebhafte Erinnerungen ein und spürt sehnsuchtsvoll der Kindheit nach. In diesem traumhaften Zustand erscheint aber ein Störfaktor: Max, der Kindheitsfreund vom Nachbarhof, der hier nach dem Rechten sehen soll.
Die Autorin wählt eine überwältigende und verstörende Sprache, um Leben und Erinnerungen der Protagonistin zu beschreiben. Ihr ganzes Erleben und Fühlen werden roh, archaisch und mit unglaublicher Sinnlichkeit dargestellt. Hinzu kommen explizite Beschreibungen des Liebesspiels zwischen zwei Frauen. Hut ab vor dem Mut, so tabulos schreiben zu können. Ich fand es spannend, wie die orientierungslose Figur analog Alice durch eine Art Kaninchenloch in die eigene Vergangenheit purzelt. Eine Zeitkapsel, in der sie flüchtig wie ein Geist umherirrt und im Wiedererkennen von Pflanzen und Tieren, Düften und Geräuschen ihr altes Urwissen heraufbeschwört.
Der Ort unserer Kindheit. Ein Raum, der immer noch viel Gravitationskraft hat.
Die junge Schwedin Ellen hat die Trennung von ihrer Partnerin hinter sich. Aus der Bahn geworfen, fährt sie raus aus der Stadt und landet intuitiv auf dem Bauernhof, der einst ihrer Familie gehört hat. Wie sich herausstellt, sind die neuen Eigentümer verreist. Spontan nistet sich Ellen wieder im alten Kinderzimmer ein und fühlt sich zwischen Eindringling und Heimkehrerin. Immer tiefer taucht sie in lebhafte Erinnerungen ein und spürt sehnsuchtsvoll der Kindheit nach. In diesem traumhaften Zustand erscheint aber ein Störfaktor: Max, der Kindheitsfreund vom Nachbarhof, der hier nach dem Rechten sehen soll.
Die Autorin wählt eine überwältigende und verstörende Sprache, um Leben und Erinnerungen der Protagonistin zu beschreiben. Ihr ganzes Erleben und Fühlen werden roh, archaisch und mit unglaublicher Sinnlichkeit dargestellt. Hinzu kommen explizite Beschreibungen des Liebesspiels zwischen zwei Frauen. Hut ab vor dem Mut, so tabulos schreiben zu können. Ich fand es spannend, wie die orientierungslose Figur analog Alice durch eine Art Kaninchenloch in die eigene Vergangenheit purzelt. Eine Zeitkapsel, in der sie flüchtig wie ein Geist umherirrt und im Wiedererkennen von Pflanzen und Tieren, Düften und Geräuschen ihr altes Urwissen heraufbeschwört.
Der Ort unserer Kindheit. Ein Raum, der immer noch viel Gravitationskraft hat.