Ungewöhnlich

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atornatorn Avatar

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Melken ist ein ruhiger, ungewöhnlich intensiver Roman über Herkunft, Körperlichkeit und die Frage, wo man eigentlich hingehört. Nach der Trennung von ihrer Freundin (ich mochte hier besonders, wie nebensächlich Queerness eingeflochten wird!) kehrt Ellen auf den verlassenen Hof ihrer Kindheit zurück, ein Ort, der sich gleichzeitig vertraut und fremd anfühlt. Statt klarer Handlung lebt das Buch von Atmosphäre: Gerüche, Erinnerungen und körperliche Eindrücke spielen eine große Rolle.

Die Sprache ist dicht und sinnlich, manchmal fast roh. Besonders spannend ist, wie eng Mensch, Tier und Landschaft miteinander verwoben werden, das wirkt stellenweise verstörend, gleichzeitig fand ich es aber im Gesamtkontext sehr konsequent erzählt.

Das Cover passt gut dazu: reduziert, mit einer leicht irritierenden Bildsprache, die neugierig macht und die körperliche Ebene des Romans andeutet.