verstörend und faszinierend
Verstörend und zugleich faszinierend. Mit „Melken“ ist Sanna Samuelsson meiner Meinung nach, ein kleines sprachliches Meisterwerk gelungen. Die Autorin erzählt von Ellen, die sich nach einer Trennung zurück in ihr zu Hause verkriecht. Nur leider wohnen da mittlerweile fremde Personen. Zum Glück sind diese aber verreist und haben das altbekannte Schlüsselversteck beibehalten. So kommt es, dass sie in ihrem eigenen kleinen Bullerbü ihre Wunden leckt. Das Hauptaugenmerk wird dabei aber nicht auf die Trennung gerichtet (ihre Freundin Diana hat die Beziehung beendet) sondern auf ihre Scham die sie schon als Kind empfand, weil sie auf einem Bauernhof aufgewachsen ist. Immer wieder achtet sie in ihrer Kindheit und Jugend penibel darauf nicht zu stinken, ja nicht mit ihren Schuhen in Kuhfladen zu treten. Doch jeder Weichspüler und jedes Parfum sind vergebens.
Der Roman hat mich sehr überrascht mit seiner Widersprüchlichkeit, in ihrer Jugend will Ellen vom Bauernhof flüchten und als Erwachsene sucht sie genau dort Zuflucht. Die Sprache gefällt mir auch sehr gut, obwohl sie intensiv und stellenweise sehr körperlich ist, verleiht das dem Roman seinen gewissen Charme.
Der Roman hat mich sehr überrascht mit seiner Widersprüchlichkeit, in ihrer Jugend will Ellen vom Bauernhof flüchten und als Erwachsene sucht sie genau dort Zuflucht. Die Sprache gefällt mir auch sehr gut, obwohl sie intensiv und stellenweise sehr körperlich ist, verleiht das dem Roman seinen gewissen Charme.