Wenn es die Orte der Kindheit nicht mehr gibt
"Es ist besser Kind zu sein als erwachsen. Aber wir, die von unserer Kindheit erfüllt sind, werden vielleicht nie richtig erwachsen."
Sie kehrt zurück an den Ort ihrer Kindheit in die schwedische Provinz, wo viele Bauernhöfe mittlerweile der Forstwirtschaft gewichen sind. So wie auch ihre Eltern damals weichen mussten, ihren Hof aufgeben mussten und weggezogen sind aus dem Haus, in dem nun jemand anders wohnt.
Nur Max ist geblieben. Max - ihr ehemaliger Klassenkamerad, vielleicht auch Freund. Denn Max ist der Einzige, der sie durch ihre gemeinsamen Erfahrungen als Bauernhofkinder wirklich kennt. Aber dann haben sie sich auseinandergelebt.
"Ich freundete mich mit den feinen Vorstadtkindern an, Kaviarmünder, duftender Weichspüler, Partykeller mit Kabelfernsehen. Bei jedem Namensaufruf flog ich wieder auf. Doch ich wusch mich schnell rein, ich lernte, wie. Anders als Max."
Gänzlich ungeschönt erzählt Sanna Samuelsson von dem Aufwachsen auf einem Bauernhof in Südschweden, von der harten Arbeit, den Schicksalen der Kühe, dem Gefühl vom Anderssein in der Schule - und auch nach der Schulzeit in der großen Stadt. Denn so sehr sie versucht sich anzupassen, die Kindheitserinnerungen der Erzählerin bleiben Erinnerungen an eine Welt, die es so nicht mehr gibt.
"melken" ist ein eigenwilliges Buch. Und vielleicht hat es mir genau deshalb so gefallen. Wie ganz ohne große Szenen in leiser und gleichzeitig rauer Sprache von dem Verlust eines Teils der eigenen Identität erzählt wird und gleichzeitig von dem Verlust für die Menschheit durch die industrielle Landwirtschaft - der Entfremdung von der Natur.
Es ist ein Buch, in das ich noch viele male hineinlesen werde, Sanna Samuelsson poetische Sprache aufsaugen werde und das ich jeder Person ans Herz legen würde, die gerne in einem Buch verweilt, Sätze mehrmals liest, um sie auf sich wirken zu lassen.
Sie kehrt zurück an den Ort ihrer Kindheit in die schwedische Provinz, wo viele Bauernhöfe mittlerweile der Forstwirtschaft gewichen sind. So wie auch ihre Eltern damals weichen mussten, ihren Hof aufgeben mussten und weggezogen sind aus dem Haus, in dem nun jemand anders wohnt.
Nur Max ist geblieben. Max - ihr ehemaliger Klassenkamerad, vielleicht auch Freund. Denn Max ist der Einzige, der sie durch ihre gemeinsamen Erfahrungen als Bauernhofkinder wirklich kennt. Aber dann haben sie sich auseinandergelebt.
"Ich freundete mich mit den feinen Vorstadtkindern an, Kaviarmünder, duftender Weichspüler, Partykeller mit Kabelfernsehen. Bei jedem Namensaufruf flog ich wieder auf. Doch ich wusch mich schnell rein, ich lernte, wie. Anders als Max."
Gänzlich ungeschönt erzählt Sanna Samuelsson von dem Aufwachsen auf einem Bauernhof in Südschweden, von der harten Arbeit, den Schicksalen der Kühe, dem Gefühl vom Anderssein in der Schule - und auch nach der Schulzeit in der großen Stadt. Denn so sehr sie versucht sich anzupassen, die Kindheitserinnerungen der Erzählerin bleiben Erinnerungen an eine Welt, die es so nicht mehr gibt.
"melken" ist ein eigenwilliges Buch. Und vielleicht hat es mir genau deshalb so gefallen. Wie ganz ohne große Szenen in leiser und gleichzeitig rauer Sprache von dem Verlust eines Teils der eigenen Identität erzählt wird und gleichzeitig von dem Verlust für die Menschheit durch die industrielle Landwirtschaft - der Entfremdung von der Natur.
Es ist ein Buch, in das ich noch viele male hineinlesen werde, Sanna Samuelsson poetische Sprache aufsaugen werde und das ich jeder Person ans Herz legen würde, die gerne in einem Buch verweilt, Sätze mehrmals liest, um sie auf sich wirken zu lassen.