Wichtige Themen in überfrachteter Sprache

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honeyemi Avatar

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Ellen fährt nach der Trennung von ihrer Freundin aus der Stadt auf den Hof ihrer Kindheit. Obwohl in dem Haus nun eine andere Familie wohnt, die allerdings zurzeit vereist ist, quartiert sie sich dort unerlaubter Weise für ein paar Tage ein. Sie begegnet einem alten Freund und reflektiert über ihr Aufwachsen und die Landwirtschaft als solches.
Viel mehr passiert auch nicht. Das Buch ist mehr Sammelsurium aus Erinnerungen, Momenten auf dem Hof und Fakten über Landwirtschaft und Natur, als eine Geschichte mit viel Handlung oder Charakterentwicklung.
Dabei geht die Autorin auf relevante Themen ein, wie zum Beispiel Klasse, Scham, Druck auf die Landwirtschaft und die große Frage, wem ein Ort und damit auch die Natur und ihre Erzeugnisse, die Umwelt und das Klima gehören. Die Überlegungen dazu fand ich interessant und wichtig.
Auch Sprache hat mir anfangs gut gefallen. Sie ist sehr bildhaft, wirkt dann aber schnell überladen, manchmal sogar befremdlich, und erschwert das Hineinfinden in die Geschichte. An einer Stelle fand ich es aufgrund dessen sogar schwer, dem eigentlichen Plot zu folgen.
Ellen als Hauptcharakter fand ich spannend und auch glaubwürdig in ihrem Schmerz. Ich konnte gut nachvollziehen, wie die Kindheit auf dem Hof sie geprägt hat. Gleichzeitig blieb sie für mich in ihren Intentionen und Absichten wenig nachvollziehbar.