Eine schöne Geschichte

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erkangrn Avatar

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Memories So Golden Like Us hat mich unglaublich tief bewegt, weil es keine einfache Liebesgeschichte erzählt, sondern eine wirklich ehrliche Auseinandersetzung mit Verlust, Selbstzweifeln und der Sehnsucht nach Neubeginn. Die 24‑jährige Blair, eine begabte Künstlerin, ist seit dem Tod ihres Bruders vor einem Jahr völlig aus der Bahn geraten. Sie flüchtet sich in Partys, Alkohol und flüchtige Beziehungen, um den Schmerz zu betäuben, verliert aber langsam jeden Halt in ihrem Leben, ihren Ruf, den Respekt ihrer Eltern und vor allem das Gefühl für sich selbst. Diese rohe, ungeschönte Darstellung von Trauer und Überforderung hat mich beim Lesen sehr berührt, weil sie so real wirkt und weit entfernt ist von einer glatt polierten Romanwelt.

Was die Geschichte für mich besonders stark macht, ist nicht nur Blairs innere Reise, sondern auch, wie sensibel die Autorin mit Themen wie öffentlicher Hetze und Selbstbild umgeht. Immer wieder tauchen Online‑Beiträge und Kommentare auf, die zeigen, wie hart die Gesellschaft mit jemandem umgehen kann, der öffentlich scheitert, das wirkt genauso zeitgemäß wie bedrückend und verleiht dem Buch zusätzliche Tiefe.