Gute Ansätze, die Umsetzung ist aber ausbaufähig

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gletscherwoelfchen Avatar

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Nachdem das Leben des ehemaligen It-Girls Blair nach einem verheerendem Ereignis Kopf steht, ist für sie nichts mehr so, wie es einmal war. Einst war sie eine begnadete und berühmte Künstlerin - nun versucht sie, ihren Schmerz in Partys und One-Night-Stands zu ertränken. Nachdem Blairs Eltern endgültig genug von den skandalösen Schlagzeilen um ihre Tochter haben, wird Blair an die raue, britische Küste verbannt. Doch sie ist nicht allein: Auch Connor befindet sich in St Ives. Connor, der beste Freund ihres Bruders. Und Connor, der Blairs Herz einst in tausend Teile zerschmetterte...

"Memories So Golden Like Us" ist der zweite Band der "Blue Eternity"-Reihe von Gabriella Santos de Lima. Ich kannte den ersten Band zuvor noch nicht, hatte nichtsdestotrotz aber keinesfalls das Gefühl, etwas Essentielles verpasst zu haben. Wichtige Eckpunkte und Personen aus dem Vorgängerband werden immer wieder eingestreut, sodass ich sagen würde, dass sich dieses Buch durchaus auch ohne jegliche Vorkenntnisse lesen lässt. Mit Kenntnis des ersten Bandes dürften sich Leser allerdings freuen, bekannte Gesichter wiederzusehen und einen Abschluss mit den in Band eins besprochenen Charakteren finden zu können.

Der Einstieg in diesen Roman fiel mir zunächst leicht. Blairs Gefühle werden durch den zarten Schreibstil authentisch transportiert, die Handlung um eine gebrochene Künstlerin weckte hohe Erwartungen an eine mitreißende, emotionale Storyline und kurze Ausschnitte der beschriebenen Schlagzeilen und damit verbundenen Hasskommentare an Blair ermöglichen es, sich bestens mit ihrer Situation identifizieren und sich in ihren Schmerz hineinversetzen zu können.

Leider hat mich die Umsetzung im weiteren Verlauf der Geschichte etwas enttäuscht. Der zunächst angenehm sanfte Schreibstil der Autorin wies schon bald zahlreiche Wiederholungen auf. Immer wieder hatte ich das Gefühl, während des Lesens kaum von der Stelle zu kommen und immer und immer wieder die selbe Situation zu erleben. Zudem verfügt "Memories So Golden Like Us" über einige Szenen, in welchen an Spice-Potential nicht gespart wird. Das ist für mich an sich überhaupt kein Problem. Oftmals können diese zu mehr Authentizität oder intensiveren Beziehungen führen. Die Szenen hier haben für mich häufig fehlplatziert und wie ein harter Schnitt zu den Momenten, in denen sich Emotionen und Gefühle Stück für Stück anbahnten, gewirkt. Ich konnte beides leider nicht richtig in Einklang miteinander bringen.

Insgesamt würde ich sagen, dass das Buch und die Storyline über reichlich Potential verfügen, die Umsetzung letztendlich aber ausbaufähig bleibt. Für mich persönlich war die Geschichte um Blair und Connor leider nichts.
2,5/5 Sterne