Düster, politisch und präzise – Nesbø in ungewohntem Setting
Jo Nesbø verlegt seinen Krimi nach Minneapolis und nutzt das amerikanische Setting geschickt, um gesellschaftliche Brüche, Gewalt und Rassismus mitzudenken. Der Einstieg ist ruhig, beobachtend und atmosphärisch dicht, fast essayistisch, bevor er in die Perspektive eines Täters kippt. Stilistisch überzeugt die präzise Sprache und der klare Blick auf Macht, Polizei und Moral. Die vielen Reflexionen bremsen stellenweise das Tempo, verleihen dem Roman aber Tiefe. Ein anspruchsvoller Krimi, der mehr will als nur Spannung.