Alleingang
Jo Nesbo bringt einen neuen Ermittler ins Rennen. Bob Oz, traumatisiert und voller Kummer um seine verstorbene Tochter. Ich finde, er hat schon viel Ähnlichkeit mit Harry Hole. Er tut viel im Alleingang und lässt sich keine Vorschriften machen. Der Fall ist knifflig. Jemand hat wohl sehr stark was gegen die Waffenlobby und Drogenbosse in Minneapolis und hinterlässt Leichen. Die Polizei wird an der Nase rumgeführt und das vermeintliche, finale Ziel ist schwer auszumachen. Zugegeben, tat ich mir zu Beginn der Geschichte unheimlich schwer, in das Geschehen reinzukommen. Es ist nicht immer klar definiert, aus wessen Sicht gerade geschildert wird, da mitten im Kapitel die Sichtweisen wechseln. Mich hat das Buch erst im letzten Drittel packen können. Da wurden mir die Zusammenhänge klar und viele rätselhafte, vorangegangene Szenen ergaben plötzlich Sinn. Ich mag den Schreibstil des Autors sehr, denn er beschreibt in kurzen, prägnanten Sätzen alles Wesentliche, was man wissen muss. Ich kann mir gut vorstellen, dass so wie aus Harry Hole, auch aus Bob Oz ein Ermittler wird, von dem wir noch einiges lesen können.