Bitte mehr von Bob Oz

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Es ist mir ehrlich gesagt etwas schwer gefallen in das Hörbuch reinzukommen, aber als ich dann einmal drin war, konnte mich der Autor voll abholen und überzeugen.

Besonders gefallen haben mir die Charaktere - insbesondere Protagonist Bob Oz - und die stilistischen Mittel des Autors.

Bob Oz, der sich selbst als „Arschloch“ bezeichnet eckt an, bei den Frauen aber auch beruflich. Ich empfand ihn als einen sehr authentischen Charakter. Als einen Mann, der durch Schicksalsschläge gebeutelt durchs Leben driftet und dabei weder auf sich noch auf andere achtet. Diese vielleicht nicht sehr sympathische aber menschliche Seite macht ihn sehr interessant und sein Verhalten oder Dialoge unvorhersehbar.

Die Erzählweise des Autors gefällt mir sehr. Er hat eine ganz tolle Art, Bilder vor meinem Auge entstehen zu lassen und Dinge zu suggerieren. Dann löst er die Situation auf und man hat das Gefühl er grinst einen an und sagt „Was dachtest Du denn?“ Und man fühlt sich etwas ertappt. So schafft er es auch ganz gut, einen in die Irre zu führen.

Inhaltlich hat das Hörbuch neben dem spannenden Fall einiges zu bieten - im Zentrum steht das Thema der sehr freizügigen Waffengesetze in den USA. Aber auch andere Themen werden aufgegriffen und auf eine sehr einfühlsame Art besprochen … z.B. das Thema Einsamkeit. Hierfür nimmt der Autor sich Zeit und Raum, für mich hat das gut gepasst.

David Nathan ist ein toller Hörbuchsprecher. Er hat eine sehr charismatische Stimme und ich lausche ihm gerne - das war auch bei diesem Hörbuch wieder der Fall. Er kann Charakteren sehr gut Individualität verleihen und liest unaufgeregt aber so, dass man gerne dabei bleibt.

Ich empfehle Minnesota gerne weiter und freue mich auf den (hoffentlich) nächsten Fall mit Bob Oz.