Bob Oz und Harry Hole wären best friends!

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Natürlich habe ich mich auf ein neues Buch von Jo Nesbø gefreut und natürlich war ich gespannt auf den „Neuen“.
Und vielleicht ist es auch natürlich, dass mir Harry Hole, der lieb gewonnene bisherige Hauptprotagonist des Autors, am Anfang des Buches doch noch sehr gefehlt hat.
Aber gut Ding will Weile haben und man muss auch mal offen für einen neuen Ermittler von Jo Nesbø sein.
Das war und bin ich und habe meine Offenheit nicht bereut. In das Buch musste ich mich erst ein wenig eingewöhnen, da bin ich ehrlich, ein neuer Ermittler, eine neue Stadt, ein neues Land, neue Polizisten und Nebendarsteller.
Das ist mir zunächst etwas schwer gefallen. Die amerikanische Krimiliteratur ist eigentlich nicht so meins, aber als erfahrene Thriller/Krimi Leserin, weiß ich, mit Jo Nesbø kann man kaum etwas falsch machen. Und genauso ist es auch mit diesem Buch „Minnesota“.
Der neue, nicht mehr ganz taufrische, Ermittler Bob Oz kommt als unsympathischer, arroganter Zeitgenosse daher und ist immer ein wenig drüber. Aber nach den ersten Kapiteln findet man ihn auch schon ganz witzig, man muss sich ja erst mal kennenlernen und natürlich merken wir im Laufe des Buches, dass in ihm deutlich mehr schlummert als diese unfreundliche Chauvi Hülle. Jo Nesbø bringt uns die Story rund Morde und Gewalt im Bandenmilieu aus drei Sichtweisen bzw. Erzählsträngen näher. Wir lernen den Journalisten, der über den Fall in der Gegenwart schreibt, sowie Bob Oz und den Mörder, die damals als Hauptpersonen fungieren, nach und nach getrennt voneinander kennen. Das ist perfekt gemacht vom Autor und beschert uns Abwechslung und Spannung und das durchgängig aus meiner Sicht.
Es ist ein tolles Buch, mit Wendungen, raffiniert geschrieben und erdacht und mit ganz viel Potenzial für mehr. Ich bin schon ein bisschen Fan von Bob Oz geworden und von Jo Nesbø sowieso. Eine klare Empfehlung von mir für dieses neuste Thriller Werk.