Bühne frei für Bob Oz
Nach Harry Hole, den Königen und Romanen wie „Nachthaus“ schickt Jo Nesbø in „Minnesota“ einen neuen Ermittler ins Rennen. Wie macht der sich?
2016 treibt ein „guter Mörder“ in Minneapolis sein Unwesen (er eliminiert die „bösen Jungs“), spielt Katz und Maus mit der Polizei, genauer gesagt mit Ermittler Bob Oz. Der kämpft mit dem Verlust seiner Familie: Nachdem die Tochter bei einem Unfall ums Leben kam, geht die Ehe in die Brüche, sodass die Ermittlungen ihn von seinem Elend ablenken. Diesem Fall geht sechs Jahre später Holger Rudi nach, um ihn „true-crime-mäßig“ aufzuarbeiten.
Mehr sei nicht verraten, damit die Spannung erhalten bleibt, die Nesbø-typisch nichts für schwache Nerven ist. Die Konstruktion mit einer Rahmenhandlung 2022 und dem zugrundeliegenden Fall 2016 ist geschickt und glaubwürdig. Dabei gibt gerade das Jahr 2016 Nesbø die Chance, auch Gesellschaftskritik zu üben. Gerade Krimis auf zwei Ebenen bringen m. E. ja immer eine Grundspannung mit, weil man wissen will, wie es beim anderen Strang weitergeht. Das ist gut gemacht, aber auch ein bisschen nötig, denn reihenaufttakttypisch (wovon ich ausgehe) wird Erzählzeit für die Einführung der Figuren bzw. das Setting verwendet. Die Figuren sind allesamt etwas kaputt, allen voran Bob Oz. Er ist freundlich ausgedrückt bärbeißig, kämpft aber mit einer gewissen Kompromisslosigkeit für Gerechtigkeit, was ihn wieder sympathisch macht und womit Harry Hole in ihm einen würdigen Nachfolger fände. Was die Nerven angeht, hat sich Nesbø ein „Gimmick“ ausgedacht, das ziemlich morbid-gruselig ist, aber das weiß man bei ihm ja. Lesen lässt sich die Geschichte bis auf einzelne Hakler sehr flüssig, sodass „Minnesota“ in Summe ein guter Start für einen neuen Ermittler ist, stärker als die „Königs-Reihe“, aber noch nicht Harry-Hole-Niveau, insofern gibt es 3,5 aufgerundete Sterne, weil sich die Geschichte aus dem Krimi-Einheitsbrei heraushebt.
2016 treibt ein „guter Mörder“ in Minneapolis sein Unwesen (er eliminiert die „bösen Jungs“), spielt Katz und Maus mit der Polizei, genauer gesagt mit Ermittler Bob Oz. Der kämpft mit dem Verlust seiner Familie: Nachdem die Tochter bei einem Unfall ums Leben kam, geht die Ehe in die Brüche, sodass die Ermittlungen ihn von seinem Elend ablenken. Diesem Fall geht sechs Jahre später Holger Rudi nach, um ihn „true-crime-mäßig“ aufzuarbeiten.
Mehr sei nicht verraten, damit die Spannung erhalten bleibt, die Nesbø-typisch nichts für schwache Nerven ist. Die Konstruktion mit einer Rahmenhandlung 2022 und dem zugrundeliegenden Fall 2016 ist geschickt und glaubwürdig. Dabei gibt gerade das Jahr 2016 Nesbø die Chance, auch Gesellschaftskritik zu üben. Gerade Krimis auf zwei Ebenen bringen m. E. ja immer eine Grundspannung mit, weil man wissen will, wie es beim anderen Strang weitergeht. Das ist gut gemacht, aber auch ein bisschen nötig, denn reihenaufttakttypisch (wovon ich ausgehe) wird Erzählzeit für die Einführung der Figuren bzw. das Setting verwendet. Die Figuren sind allesamt etwas kaputt, allen voran Bob Oz. Er ist freundlich ausgedrückt bärbeißig, kämpft aber mit einer gewissen Kompromisslosigkeit für Gerechtigkeit, was ihn wieder sympathisch macht und womit Harry Hole in ihm einen würdigen Nachfolger fände. Was die Nerven angeht, hat sich Nesbø ein „Gimmick“ ausgedacht, das ziemlich morbid-gruselig ist, aber das weiß man bei ihm ja. Lesen lässt sich die Geschichte bis auf einzelne Hakler sehr flüssig, sodass „Minnesota“ in Summe ein guter Start für einen neuen Ermittler ist, stärker als die „Königs-Reihe“, aber noch nicht Harry-Hole-Niveau, insofern gibt es 3,5 aufgerundete Sterne, weil sich die Geschichte aus dem Krimi-Einheitsbrei heraushebt.