Ein Antiheld auf Mörderjagd

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gisel Avatar

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Ermittler Bob Oz hat es nicht leicht: Nach einem Schicksalsschlag ist es einsam um ihn herum geworden. Auf der Arbeit verspotten ihn seine Kollegen. Doch das Einzige, was ihm noch das Gefühl der Lebendigkeit lässt, ist die Suche nach einem Mörder. Dieser ist ihm immer einen Schritt voraus. Bob wird vom Dienst suspendiert, weil er sich nicht an die Regeln hält, doch er lässt nicht locker und ermittelt auf eigene Faust. Dabei ahnt er nicht im Geringsten, wem er wirklich hinterherjagt...

Das Leben hat es mit Bob Oz nicht gut gemeint: Er ist an einem Tiefpunkt angekommen, es scheint tiefer gar nicht mehr zu gehen. Doch geblieben ist ihm seine Spürnase, und obwohl er vom Dienst suspendiert wurde, ist er derjenige, der dem Täter immer noch am nächsten ist. Bob war mir anfangs nicht wirklich sympathisch, zu gebrochen erscheint er vom Leben, zu sehr nimmt er sich heraus, die Regeln selbst zu machen. Doch was ich ihm von Anfang an anrechnen musste, war seine Nase dafür, in welche Richtung die Ermittlungen gehen müssen. Hier ist er unschlagbar, auch wenn er dafür einiges einstecken muss. Es gab einige Stellen, die durch Beschreibungen etwas langatmig geraten waren, doch insgesamt ist der Spannungsbogen recht hoch gehalten. Überraschend sind die Wendungen, die die Geschichte nimmt, und vor allem das Ende, das mit einem tüchtigen Showdown brilliert. Ich kenne einige der Harry-Hole-Bände von Jo Nesbø und war deshalb nicht ganz so überrascht über die Figur des Ermittlers Bob Oz, passt doch auch dieses Buch gut in das Schema des Autors. Nebenbei zeigt das Buch eine kritische Haltung Schusswaffen gegenüber und deren Möglichkeit zum Gebrauch.

Mich hat dieser Kriminalroman bei der Lektüre immer mehr in seinen ganz eigenen Sog gezogen. Sehr gerne empfehle ich das Buch weiter und vergebe 4 von 5 Sternen.