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Enter Bob

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bookworld91 Avatar

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Wenn man sich mit norwegischen Krimis befasst, führt kein Weg an Jo Nesbø vorbei. Bekannt für seine Harry Hole und die Königreich Reihe, ist er seit Jahrzehnten ein fester Bestandteil der Szene. Nun führt er mit Bob Ozz in „Minnesota“ einen neuen Ermittler ein.

Holger Rudi reist 2022 nach Minnesota. Sein Anliegen: eine Mordserie nachvollziehen. Er kann sich die Situation visualisieren, wenn er am Ort des Geschehens ist. So kann er die Attentate von 2016, die scheinbar durch Bob Ozz aufgeklärt sind, rekonstruieren…

Ich bin bekennender Nesbø Fan und auch hier angetan. Bob Ozz ist ein vielschichtiger Charakter, zwischen Polizist und Womanizer, Verführer und Helfer. Interessant ist, das Bob Ozz beides nach außen verkörpert. So bezeichnet er sich als „Bob Ass“ ein Wortspiel zwischen Beleidigung und seinen Namen. Auf der anderen Seite ist er knallharter Ermittler, der Gerechtigkeit möchte.

Nesbø gelingt es, die Spannung aufrecht zu erhalten. Ich hatte ständig das Bedürfnis zu erfahren, was als Nächstes passiert. Die detaillierten Beschreibungen, die bildhafte Sprache und die zahlreichen Details tuen ihr übriges. Auch wenn es aufgrund der vielen Beschreibungen zwischendurch zäh ist, finde ich die Sprache gelungen.

Beim Thema Sprache komme ich nicht umher, Günther Frauenlob für seine Übersetzung zu loben. Norwegische Originalausdrücke werden im Text eingearbeitet und erklärt, Wortspiele bleiben im englischen Original- Chapeau! Leider gelingt dieser Balance Akt wenigen Übersetzern.

Insgesamt ist „Minnesota“ ein gelungener Reihenauftakt mit leichten Längen und einem gewöhnungsbedürftigen Protagonisten. Ich gebe aufgerundet fünf Sterne und freue mich auf mehr von Bob Ozz.