Erschreckend real und aktuell
"Minnesota" von Jo Nesbø ist ein fiktiver Kriminalroman, der zum Zeitpunkt der deutschen Veröffentlichung aber unverhofft mitten ins Herz der amerikanischen Realität trifft.
Schauplatz der Handlung ist Minneapolis, beginnend im September 2022 mit der Einreise des Norwegers Holger Rudi, der hier für ein Buch, eine True-Crime-Story, recherchieren will. Es geht um eine Mordserie im Oktober 2016, einen Rachefeldzug gegen Männer aus dem Drogenmilieu und aus dem Umfeld der Waffenlobby. Der eiskalte Mörder spielt Katz und Maus mit den Ermittlungsbehörden und schickt diese immer wieder auf falsche Spuren und lässt sie damit ein ums andere Mal ins Leere laufen.
Einzig Detective Bob Oz von der Mordkommission kommt dem Killer sukzessive näher, trotz oder gerade wegen seiner privaten Probleme, die ihm sogar die Suspendierung einbringen.
Ich habe lange gebraucht, um in dieses Buch hineinzufinden. Als Fan der Serie um Harry Hole, bei der alle Bücher von der ersten Seite an fesselnd und spannend sind, beginnt "Minnesota" sehr träge, mit sehr vielen, teilweise ausufernden, Beschreibungen über die Stadt Minneapolis, über deren äußere wie innere Veränderung, die sozialen Brennpunkte, über den Einfluss der Waffenlobby auf die amerikanische Gesellschaft usw. Parallel werden auch die Hauptakteure, allen voran Bob Oz sehr ausführlich, mit allen ihren menschlichen Abgründen, vorgestellt, was zur Folge hatte, dass mir Bob Oz erstmal extrem unsympathisch war. Auch die weitschweifigen Ausführungen zur Taxidermie haben wenig Spannung aufkommen lassen.
Da überrascht es nicht, dass der erste wirkliche Mord erst zur Mitte des Buches stattfindet. Ab da entwickelt die Geschichte einen zunehmenden Sog, eine Spannung der man sich kaum noch entziehen kann.
Letztendlich präsentiert uns Jo Nesbø hier keinen einfachen Kriminalroman, eher ein Sittengemälde unserer heutigen Zeit, in der Gewalt und Leid an der Tagesordnung sind. Er zeigt aber auch auf, dass Menschen, hier Bob Oz, an solchen Erfahrungen wachsen können.
Daher unterm Strich von mir eine Leseempfehlung für alle die Krimis mit Substanz suchen.
Schauplatz der Handlung ist Minneapolis, beginnend im September 2022 mit der Einreise des Norwegers Holger Rudi, der hier für ein Buch, eine True-Crime-Story, recherchieren will. Es geht um eine Mordserie im Oktober 2016, einen Rachefeldzug gegen Männer aus dem Drogenmilieu und aus dem Umfeld der Waffenlobby. Der eiskalte Mörder spielt Katz und Maus mit den Ermittlungsbehörden und schickt diese immer wieder auf falsche Spuren und lässt sie damit ein ums andere Mal ins Leere laufen.
Einzig Detective Bob Oz von der Mordkommission kommt dem Killer sukzessive näher, trotz oder gerade wegen seiner privaten Probleme, die ihm sogar die Suspendierung einbringen.
Ich habe lange gebraucht, um in dieses Buch hineinzufinden. Als Fan der Serie um Harry Hole, bei der alle Bücher von der ersten Seite an fesselnd und spannend sind, beginnt "Minnesota" sehr träge, mit sehr vielen, teilweise ausufernden, Beschreibungen über die Stadt Minneapolis, über deren äußere wie innere Veränderung, die sozialen Brennpunkte, über den Einfluss der Waffenlobby auf die amerikanische Gesellschaft usw. Parallel werden auch die Hauptakteure, allen voran Bob Oz sehr ausführlich, mit allen ihren menschlichen Abgründen, vorgestellt, was zur Folge hatte, dass mir Bob Oz erstmal extrem unsympathisch war. Auch die weitschweifigen Ausführungen zur Taxidermie haben wenig Spannung aufkommen lassen.
Da überrascht es nicht, dass der erste wirkliche Mord erst zur Mitte des Buches stattfindet. Ab da entwickelt die Geschichte einen zunehmenden Sog, eine Spannung der man sich kaum noch entziehen kann.
Letztendlich präsentiert uns Jo Nesbø hier keinen einfachen Kriminalroman, eher ein Sittengemälde unserer heutigen Zeit, in der Gewalt und Leid an der Tagesordnung sind. Er zeigt aber auch auf, dass Menschen, hier Bob Oz, an solchen Erfahrungen wachsen können.
Daher unterm Strich von mir eine Leseempfehlung für alle die Krimis mit Substanz suchen.