starke Charaktere
„Minnesota“ bietet die Art von düsterer, hochwertiger Thriller-Unterhaltung, die man von Jo Nesbø kennt. Im Zentrum steht Ermittler Bob Oz, der nach dem Unfalltod seiner dreijährigen Tochter gebrochen ist: Seine Ehe zerfällt, sein Umfeld distanziert sich – nur die Polizeiarbeit gibt ihm kurze Momente des Durchatmens. In Minneapolis jagt er einen Täter, der einen Rachefeldzug gegen Drogenbosse und Waffenhändler führt, Kameras überlistet und falsche Spuren legt. Als ein Anschlag auf den Bürgermeister angekündigt wird, scheint Oz die Chance zu bekommen, die Dynamik zu drehen. Doch das Spiel aus Fallen und Gegenfallen bleibt bis zuletzt unberechenbar.
Für mich war der Fall selbst gut gemacht, aber nie wirklich fesselnd. Die Konstruktion des Katz-und-Maus-Spiels ist solide, aber im Vergleich zu anderen Nesbø-Geschichten fehlte mir die persönliche Spannung und das dringende Interesse am Ausgang der Ermittlungen.
Umso mehr hat mich der Einstieg überzeugt: Viele Leser:innen empfinden die ausführliche Figuren-Einführung am Anfang als sperrig – bei mir war genau das Gegenteil der Fall. Ich mochte diese erste Phase besonders. Nesbø zeichnet seine Charaktere früh in ihren eigenen sozialen Räumen und Widersprüchen, was sofort ein dichtes, fast filmisches Stadt- und Gesellschaftsbild entstehen lässt. Gerade diese Art der Einführung war für mich eine Stärke des Romans.
Die Figuren tragen das Buch. Vor allem Bob Oz, auch wenn er erst etwas sperrig erscheint.
Auch die gesellschaftskritische Dimension ist bemerkenswert: Der Roman blickt auf das Amerika des Jahres 2016 und thematisiert Polarisierung, politische Machtspiele, Drogenökonomie, Waffengewalt und soziale Bruchlinien. Diese kritische Perspektive auf das heutige Amerika fand ich scharf beobachtet, relevant und in ihrer Konsequenz eindrucksvoll – und letztlich spannender als der Fall selbst.
Fazit: Ein Thriller, der mich weniger über den Plot, dafür umso mehr über seine Figuren und seine Haltung abgeholt hat. Für mich ein starkes Buch, das zeigt, dass ein Roman auch dann überzeugen kann, wenn der eigentliche Fall „nur“ gut, aber nicht überragend ist – solange die Charaktere und die erzählerische Perspektive bleiben.
Für mich war der Fall selbst gut gemacht, aber nie wirklich fesselnd. Die Konstruktion des Katz-und-Maus-Spiels ist solide, aber im Vergleich zu anderen Nesbø-Geschichten fehlte mir die persönliche Spannung und das dringende Interesse am Ausgang der Ermittlungen.
Umso mehr hat mich der Einstieg überzeugt: Viele Leser:innen empfinden die ausführliche Figuren-Einführung am Anfang als sperrig – bei mir war genau das Gegenteil der Fall. Ich mochte diese erste Phase besonders. Nesbø zeichnet seine Charaktere früh in ihren eigenen sozialen Räumen und Widersprüchen, was sofort ein dichtes, fast filmisches Stadt- und Gesellschaftsbild entstehen lässt. Gerade diese Art der Einführung war für mich eine Stärke des Romans.
Die Figuren tragen das Buch. Vor allem Bob Oz, auch wenn er erst etwas sperrig erscheint.
Auch die gesellschaftskritische Dimension ist bemerkenswert: Der Roman blickt auf das Amerika des Jahres 2016 und thematisiert Polarisierung, politische Machtspiele, Drogenökonomie, Waffengewalt und soziale Bruchlinien. Diese kritische Perspektive auf das heutige Amerika fand ich scharf beobachtet, relevant und in ihrer Konsequenz eindrucksvoll – und letztlich spannender als der Fall selbst.
Fazit: Ein Thriller, der mich weniger über den Plot, dafür umso mehr über seine Figuren und seine Haltung abgeholt hat. Für mich ein starkes Buch, das zeigt, dass ein Roman auch dann überzeugen kann, wenn der eigentliche Fall „nur“ gut, aber nicht überragend ist – solange die Charaktere und die erzählerische Perspektive bleiben.