So unspektakulär, dass es schon wieder neugierig macht
Josef, der katholische Priester im bayerischen Blumfeld ist im Alter von 57 Jahren beim mitternächtlichen Verzehr eines Stücks Schwarzwälder Kirschtorte gestorben. Die Ich-Erzählerin, seine Haushälterin, trauert um ihn. Und im Garten steht der titelgebende Mirabellenbaum. Die Sensation der Leseprobe ist, dass schon nach einer Woche mit dem 28-jährigen Fridtjof sein Nachfolger, direkt aus Rom gekommen, zu nächtlicher Stunde vor der Tür steht und als erstes einen Riegel Schokolade verzehrt. An einen derart unspektakulären Beginn eines Romans kann ich mich wahrlich nicht erinnern. Und trotzdem macht er mich neugierig auf das, was da kommt, weil ich wissen möchte, wie man daraus Stoff für einen ganzen Roman von 352 Seiten entwickeln kann.