Abschiednehmen

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bücherwurm<3 Avatar

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Mirabellentage beinhaltet 352 Seiten.
Wir begegnen Anna in ihrem Leben zwischen Routinen, Pflichten, Liebe und dem Moment, wo sie endlich los lässt. Von einem letzten Wunsch und einem lang gehüteten Geheimnis. Sie ist eine Frau, die alles hinterfragt und eine neue Sicht aufs Leben gewinnt, denn ihre Freiheit liegt nicht in weiter Ferne. Als der Ortspfarrer Josef plötzlich stirbt, gerät das geordnete Leben seiner Haushälterin Anna ins Wanken. Es muss jetzt einiges passieren. Die Beerdigung muss organisiert werden, das Pfarrhaus für den neuen jungen Priester Fridtjof aufgefrischt werden, damit sich der neue Bewohner da wohl fühlt. Und da kommt noch der besondere Wunsch von Josef, er hat seine Beerdigung vorausgeplant und möchte ans Meer gebracht werden. Anna weiß nicht, wo ihr der Kopf steht... Aber sie möchte alles allein machen, möchte keine Hilfe annehmen. Sie meint, das Alles ist sie Josef zum Schluss noch schuldig. Das ist ihre Aufgabe. Nun hat Anna ein Problem, sie fährt kein Auto. Deshalb nimmt sie mit Anfang 50 Zusatzfahrstunden bei ihrem damaligen Fahrlehrer und heimlichen Schwarm Herrn Tanner. Die Erinnerungen an damals werden geweckt. Bei beiden, sie führen einige Gespräche, tauschen sich aus. Nun ist es soweit. Die Reise ans Meer kann losgehen, Hr. Tanner und der neue Priester begleiten Anna. Sie nehmen sogar Josefs Mercedes mit, fahren aber nicht ans Mittelmeer, wie geplant, sondern an den See. Es ist für Anna der Moment, wo sie endgültig Abschied nehmen wird. Eine Reise ins Ungewisse, die einige Entscheidungen fördert. Ist Anna diesen gewachsen?
Die Geschichte spielt sich auf zwei Zeitebenen ab, damals und heute. Der Leser erfährt so manches aus Annas Jugend und ihrer Arbeit und Beziehung zu Josef. Die Charaktere sind gut ausgearbeitet, wirken echt und authentisch auf mich. Hr. Tanner und Anna, wird es da ein Happy End geben oder ist es nur eine Freundschaft? Der Schreibstil ist leicht, locker, flüssig und informativ. Die Abschnitte sind nicht zu lang, es kommt keine Langeweile auf beim Lesen. Es ist eine sehr bildhaft dargestellte Erzählung, hat mir persönlich gut gefallen. Das Ende fand ich sehr gelungen, so habe ich es aber nicht wirklich erwartet. Vergebe 4 Sterne und eine Weiterempfehlung.