Berührend und unterhaltsam

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Blumfeld trauert: Der langjährige Pfarrer Josef ist überraschend verstorben. Für seine Haushälterin Anna, die seit Jahren mit ihm das Haus geteilt und ihr Leben der Arbeit für ihn und die Gemeinde verschrieben hat, bleibt allerdings keine Zeit zu trauern. Der Nachfolger steht direkt vor der Tür. Der junge Fridtjof spricht nicht nur einen unverständlichen Dialekt, sondern muss auch etwas an der Hand genommen werden, um in Blumfeld anzukommen. Doch Anna hat gerade ganz andere Sorgen. Josef liegt nicht wie von der Gemeinde angenommen im Sarg. Seine Urne steht im Küchenregal, bis Anna einen Weg findet, seinen letzten Willen zu erfüllen: Josefs Asche soll ans Meer. Gemeinsam mit Fahrlehrer Manfred macht Anna sich fit für die Reise und schwelgt in wunderbaren Erinnerungen aus ihrem Leben in Blumfeld.

Aktuell bin ich so glücklich mit der Buchauswahl der letzten Wochen. Ein tolles Werk reiht sich ans nächste und „Mirabellensommer“ gehört definitiv dazu. Ich habe nicht erwartet, so gut unterhalten zu werden, oft schmunzeln und lachen zu können. Das passiert mir beim Lesen eher selten. Aber gerade die vielen Anekdoten aus Annas Leben haben einen Witz und Charme, der gut nachfühlen lässt, warum Anna sich mit den Blumfeldern so verbunden fühlt. Ihr ganzes Leben hat sie dort verbracht und sich dem Allgemeinwohl verpflichtet, so dass ihre eigenen Wünsche stets hintenan standen. Dieses Buch verbindet viele Themen: Freundschaft, Trauer, Liebe und Neubeginn, denn im Mittelpunkt steht immer die Frage, ob ihr Weg Anna jemals aus Blumfeld herausführen wird.

Danke, Martina Bogdahn, für diesen tollen zweiten Roman, der wieder im wunderschönen Mittelfranken spielt und soviel Sommerstimmung einfängt, dass man die Obsternte kaum noch erwarten kann.