Die Frau im Hintergrund
Dieses Buch hat mich in Sekundenbruchteilen in meine Kindheit katapultiert. Streng katholisch aufgewachsen, hatten wir zu unserem Pfarrer und seiner Haushälterin ein sehr enges Verhältnis. Sie war „Tante“, Kegelschwester, die gute Fee im Hintergrund, und wir sind im Pfarrhaus ein und aus gegangen. Genau einer solchen Person setzt Martina Bogdahn in ihrem Buch Mirabellentage ein Denkmal.
Der Frau im Hintergrund, die in der Gemeinde nicht im Vordergrund steht, aber hinter den Kulissen unersetzlich ist. Anna ist Anfang 50, lebt aber das konservative dörfliche Leben einer Siebzigjährigen. Bloß nicht auffallen und immer schön im Hintergrund bleiben, dem Pfarrer den Rücken freihalten. Doch als dieser nicht mehr da ist, der Fixpunkt ihres Lebens neben der Pfarrgemeinde, für den sie auf alles verzichtet hat – Mann, Kinder, Familie –, kommt sie ins Wanken und hinterfragt sich selbst.
Martina Bogdahn erzählt so humorvoll und anekdotenhaft von Annas Leben als Pfarrhaushälterin, dass man das eine oder andere Mal schmunzeln oder sogar lachen muss.
Zudem spielt die Autorin wunderbar mit Vorurteilen und dem hinterwäldlerischen Landleben. Mir hat das Buch richtig großen Spaß gemacht, denn dass die Meinung des Pfarrers als moralische Instanz immens wichtig ist, habe ich selbst erlebt. Die Figurenzeichnung ist der Autorin gut gelungen, aber insgesamt kommt sie mit sehr wenigen Figuren aus, sodass es nur eine Handvoll Nebenfiguren gibt. Zudem gibt es immer wieder Rückblenden, in denen Anna aus ihrer Kindheit und Jugend erzählt, wie sie dazu gekommen ist, Pfarrhaushälterin zu werden, und wie ihre ersten Jahre in dieser Rolle waren.
Einen kleinen Kritikpunkt habe ich allerdings: Eigentlich ist es unüblich, dass ein Pfarrer die Leitung seiner Heimatgemeinde übernimmt. Ich kenne nur einen einzigen Fall, und da ging das auch nur, weil derjenige über 20 Jahre im Ausland war. Direkt nach der Primiz ist so etwas eigentlich nicht zulässig.
Das Buch erzählt von Heimat und Ankommen und davon, dass man manchmal aufbrechen muss, um zu Hause anzukommen.
Wer einen Ausflug in ein kleines katholisches bayerisches Dorf machen und hinter die Kulissen eines Pfarrhauses schauen möchte, ist bei diesem Buch genau richtig.
Der Frau im Hintergrund, die in der Gemeinde nicht im Vordergrund steht, aber hinter den Kulissen unersetzlich ist. Anna ist Anfang 50, lebt aber das konservative dörfliche Leben einer Siebzigjährigen. Bloß nicht auffallen und immer schön im Hintergrund bleiben, dem Pfarrer den Rücken freihalten. Doch als dieser nicht mehr da ist, der Fixpunkt ihres Lebens neben der Pfarrgemeinde, für den sie auf alles verzichtet hat – Mann, Kinder, Familie –, kommt sie ins Wanken und hinterfragt sich selbst.
Martina Bogdahn erzählt so humorvoll und anekdotenhaft von Annas Leben als Pfarrhaushälterin, dass man das eine oder andere Mal schmunzeln oder sogar lachen muss.
Zudem spielt die Autorin wunderbar mit Vorurteilen und dem hinterwäldlerischen Landleben. Mir hat das Buch richtig großen Spaß gemacht, denn dass die Meinung des Pfarrers als moralische Instanz immens wichtig ist, habe ich selbst erlebt. Die Figurenzeichnung ist der Autorin gut gelungen, aber insgesamt kommt sie mit sehr wenigen Figuren aus, sodass es nur eine Handvoll Nebenfiguren gibt. Zudem gibt es immer wieder Rückblenden, in denen Anna aus ihrer Kindheit und Jugend erzählt, wie sie dazu gekommen ist, Pfarrhaushälterin zu werden, und wie ihre ersten Jahre in dieser Rolle waren.
Einen kleinen Kritikpunkt habe ich allerdings: Eigentlich ist es unüblich, dass ein Pfarrer die Leitung seiner Heimatgemeinde übernimmt. Ich kenne nur einen einzigen Fall, und da ging das auch nur, weil derjenige über 20 Jahre im Ausland war. Direkt nach der Primiz ist so etwas eigentlich nicht zulässig.
Das Buch erzählt von Heimat und Ankommen und davon, dass man manchmal aufbrechen muss, um zu Hause anzukommen.
Wer einen Ausflug in ein kleines katholisches bayerisches Dorf machen und hinter die Kulissen eines Pfarrhauses schauen möchte, ist bei diesem Buch genau richtig.