Dorfleben

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bookworld91 Avatar

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Ein Dorf im Süden Deutschlands. Glaube ist den Bewohnern wichtig. Entsprechend betroffen sind die Einwohner des Dorfes, als Dorfpfarrer Josef stirbt. In „Mirabellentage“ erinnert sich seine fiktive Haushälterin Anna an ihre Erlebnisse mit dem Pfarrer.

Anna hat bereits viele Jahre für Josef gearbeitet. Nun steht für sie die Herausforderung an, die Asche möglichst unauffällig ans Meer zu bringen. Im Gespräch mit Josefs Nachfolger Fridtjof berichtet Anna zahlreiche Anekdoten- von einer Beichte bei Anna über einen Ausflug zum Kneippen (ganz ohne Alkohol) bis zu Gewalt an einem Schwein ist alles dabei.

Mir hat das Konzept sehr gut gefallen. Das lag vor allem an der authentischen Protagonistin. Anna hat die Anekdoten ausführlich und bildhaft dargestellt, was mir meistens geholfen hat, mir die Situationen mit entsprechenden Humor vorzustellen. Dabei hat sie den Spannungsbogen regelmäßig erhöht und es mir so leicht gemacht, den Erzählungen zu folgen.

Allerdings gibt es Sequenzen , die meiner Meinung nach zu intensiv betrachtet wurden. Hier ist die Szene mit dem Schwein hervorzuheben, welche ethisch fraglich ist, oder das Missverständnis auf dem Ausflug, was zu weit ausgeholt wurde. Das mindert aus meiner Sicht das Lesevergnügen ein wenig. Da der Roman insgesamt aber einen gelungenen und unterhaltsamen Überblick über das Leben in Annas Dorf liefert und auch offenlegt, dass in der Kirche nicht alles gesittet zu geht, gebe ich vier Sterne.