Ein stiller Roman, der nach dem Lesen noch nachhallt

Voller Stern Voller Stern Voller Stern Voller Stern Voller Stern
sonnenschein2016 Avatar

Von

Mirabellentage von Martina Boghdan, erschienen bei Kiepenheuer & Witsch ist ein leiser Roman, der mit seinen Worten eine unbändige Stärke erzeugt und in der Stille nachhallt.

Und darum geht es:

Als der Dorfpfarrer Josef plötzlich verstirbt, wird das Leben von seiner Haushälterin Anna auf dem Kopf gestellt. Anna muss sich um die Beerdigung kümmern und muss schon kurz darauf den jungen Pfarrer Fridtjof empfangen, der das Amt von Josef übernimmt. Anna schwimmt auf der Welle mit, doch gleichzeitig muss sie den letzten großen Wunsch von Josef erfüllen, der sie vor einer großen Aufgabe stellt. Doch hat sie den Mut dazu, auch neue Wege zu gehen?


Nachdem mir das erste Buch Mühlensommer so positiv in der Erinnerung haften geblieben ist, war es für mich ein Muss, auch das neue Werk von ihr zu lesen. Trotz das die Erwartungshaltung sehr hoch war, hat mich die Autorin nicht enttäuscht, im Gegenteil.
Mit Mirabellentage präsentiert sie den Lesern eine Geschichte, die man liest und tief in sich fühlt.

Das liegt sicherlich nicht nur an ihren ausdrucksstarken Schreibstil, sondern auch an ihren gezeichneten Charakteren, denn diese wurden so authentisch gezeichnet, dass ich die Zeit beim Lesen total vergaß und ich mich selber am Tisch von Anna und Fritdtjof sitzen sah. Beide mochte ich total gerne.

An der Seite von Anna erlebt man ihre Geschichte hautnah mit, erlebt ihre Schritte in der Gegenwart, lernt aber auch viele Geschichten aus der Vergangenheit kennen.
Mit ganz feinen Gespür, viel Witz und Charme beschreibt die Autorin das wahre Leben und verfeinert es dazu noch mit der nötigen Tiefe. Manche Texte lassen so die Gedanken abschweifen, dass man sich total darin fallen lassen konnte. An meinen Lieblingsort, steht genau ein Mirabellenbaum und jedes Mal, wenn ich dort bin, werde ich an diese Geschichte denken.
Auch wenn für mein Empfinden der Fokus mehr auf der Gegenwart hätte liegen können, hat mich die Geschichte dennoch überzeugt.

Manchmal muss man eben den Mut haben und etwas Neues zu wagen um dann wieder heimzukommen, denn mit dem Mut beginnen die Geschichten.

Fazit:
5 Sterne