Ein warmherziger Roman

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fredhel Avatar

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Das Cover von Mirabellentage ist schön gestaltet und gleichzeitig geheimnisvoll, denn es verrät nur wenig über den eigentlichen Inhalt.

Im Mittelpunkt steht weniger die Mirabellenmarmelade (die eher eine charmante Nebenrolle spielt), sondern vor allem Anna, die Pfarrhaushälterin. Eine Frau, die von klein auf hart gearbeitet hat und schließlich in ihrer Rolle im Pfarrhaus so etwas wie ihre Berufung gefunden hat. Mit dem Pfarrer verbindet sie eine tiefe Freundschaft und ein besonderes gegenseitiges Verständnis. Über die Jahre hat sie das Gemeindeleben entscheidend geprägt und ist überall geschätzt und beliebt.

Als der Pfarrer jedoch überraschend früh stirbt, gerät Annas Leben ins Wanken. Der neue Pfarrer ist noch unsicher und unbeholfen und braucht viel Unterstützung. Gleichzeitig steht Anna vor der Aufgabe, den letzten Wunsch des Verstorbenen zu erfüllen – und beginnt dabei, ihr eigenes Leben zu hinterfragen. War ihr Weg der richtige? Hat sich alles so gelohnt? Besonders berührend ist dabei, dass sie zu den Menschen gehört, die nie wirklich überhaupt eine Wahlmöglichkeit hatten.

Die Handlung wird immer wieder durch witzige, skurrile und liebevolle Erinnerungen aus Annas Leben aufgelockert. Genau diese Mischung macht das Buch so besonders: Es liest sich leicht und flüssig, bietet viele humorvolle Momente zum Schmunzeln, ist aber gleichzeitig auch nachdenklich und stellenweise melancholisch.

Ein Buch, das positiv nachklingt, im Gedächtnis bleibt und erfrischend anders ist als viele andere. Für mich eine klare Empfehlung!