Freunde fürs Leben
Die 54jährige Anna war viele Jahre die Haushälterin des Pfarrers Joseph im kleinen bayrischen Ort Blumfeld. Nun ist Joseph mit 57 Jahren ganz plötzlich verstorben. Die beiden kannten sich seit Kindertagen und waren freundschaftlich eng miteinander verbunden. So gilt es nun für Anna, Josephs letzten Wunsch zu erfüllen. Aber vorher muss noch der neue Pfarrer eingeführt werden. Fridjof, der neue, ist noch sehr jung und kommt aus Friesland. Schon die sprachlichen Unterschiede machen die Eingewöhnung nicht leicht, doch Dank Annas Raffinesse nimmt die Gemeinde ihn gut an. Während Anna sich an das neue Leben gewöhnen muss, schweifen ihre Gedanken immer wieder zu vergangene Zeiten. Dieser Wechsel zwischen Gegenwart und Vergangenheit ist ein tolles Stilmittelt, welches Martina Bogdahn hier gewählt hat und macht den Reiz dieses Buches aus. Es menschelt sehr in diesem Roman und immer wieder zauberte mir das Gelesene ein Lächeln ins Gesicht. Auch werden uns die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Institution Kirche nähergebracht und ein man erhält einen anderen Blickwinkel auf sie. Martina Bogdahn erkennt das Wesentliche, denn es sind die kleinen Begebenheiten, die das Leben ausmachen und erzählt werden sollten. Genau das ist der Charme dieser Geschichte. Der Titel ist passend gewählt und das Cover hat einen Wiedererkennungswert zu Bogdahns Debütroman „Mühlensommer“. Somit ist alles absolut stimmig. Der Roman verspricht eine kurzweilige Lesezeit und die 352 Seiten sind schnell vorbei. Gern spreche ich eine Leseempfehlung aus.