Gute Unterhaltung, doch etwas anderes erwartet

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Der Blumenfelder Pfarrer Josef stirbt überraschend und als Leser begleitet man die Haushälterin Anna. Die Beerdigung organisieren, den neuen und jungen Priester in Empfang nehmen und einführen. Dann hat sich Josef gewünscht, dass seine Asche ans Meer kommt.
Anna blickt im Laufe des Buches auf ihre Vergangenheit im Ort zurück. Damit verbunden sind auch Einblicke in das Leben anderer Dorfbewohner.
Ich würde den Schreibstil unaufgeregt nennen und doch werden auch kleinere Vorkommnis-se atmosphärisch beschrieben. Da hat mich der Prolog gleich mitgenommen.
Es gibt dabei viele Rückblicke und man erfährt viel über Annas Leben. Einige skurrile Erlebnisse und vieles, was eine durchaus besondere Frau zeigt. Es mag sein, dass die Geschichte die Wurzeln stärkt, wie auf dem Umschlag erwähnt, doch da fehlten mir die versprochenen Flügel. Das von zu Hause weggehen um heimzukommen kam einfach zu kurz. Es gab für mich zu viele Rückblicke und die Gegenwart mit dem was aus Anna wird, war für mich nicht richtig vorhanden.
Manches war schön zu lesen, manches wirkte durchaus überspitzt, wie die Kneiptour der Männer des Ortes. Die Beschreibungen des Ortes, der Landschaft, der reifen Mirabellen waren intensiv.
Ich hatte mir eindeutig eine andere Form der Geschichte vorgestellt, mehr im Jetzt und auf der Reise ans Meer. Es ließ sich gut lesen und der Schreibstil hatte schon eine gewisse positive Sogwirkung, die einen in der Geschichte behält. Doch mir fehlte Tiefe, da wäre mehr möglich gewesen.