Heiliger Bimbam, was für ein Leben!

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Pfarrer Josef ist tot – und Anna guckt in die Röhre. Martina Bogdahns „Mirabellentage“ wirft uns mitten hinein in die existenzielle Krise einer Pfarrershaushälterin, die plötzlich merkt, dass es ein Leben nach dem Weihrauch gibt.
Die Geschichte hangelt sich im Rückwärtsgang durch Annas Vergangenheit. Dabei wechselt die Autorin munter zwischen „Aha-Momenten“ und „Warum-erfahre-ich-das-jetzt-Momenten“. Manchmal verliert sich das Buch in so vielen banalen Alltagsepisoden, dass man fast vergisst, dass in der Gegenwart eigentlich ein brandneuer Pfarrer für frischen Wind sorgt. Der kommt hier leider etwas zu kurz – vermutlich, weil Anna zu beschäftigt damit ist, ihr eigenes Leben im Rückspiegel zu bewundern.
Der Schreibstil liest sich weg wie eine kühle Limonade im Juli. Die Metaphern sind bildgewaltig und der Humor schießt aus allen Rohren. Für meinen Geschmack war es am Ende allerdings ein bisschen zu viel Dauerfeuer auf die Lachmuskeln. Wichtige und ernste Themen wurden zwar kurz angeteasert, aber wohl aus Angst vor schlechter Laune direkt wieder umschifft.
Fazit: Keine schwere Kost, sondern die perfekte, anspruchsbefreite Strandlektüre. Perfekt für den Sommer: Geht leicht rein, hinterlässt keine tiefen Spuren.