Josefs letzter Wunsch
Mirabellentage, Roman von Martina Bogdahn, 352 Seiten, Kiepenheuer & Witsch
Nur wenn von zuhause weggeht, kann heimkommen
Als der Ortspfarrer Josef ganz plötzlich verstirbt, ist es für Anna, seine Haushälterin ein großer Schock. Schon von Kindesbeinen an waren die beiden befreundet und schon jahrzehntelang führte sie ihm den Haushalt. Sie hat den Pfarrhof, den Garten und auch das gesellschaftliche, kirchliche Leben in Blumfeld im Griff. Sie ist ein wichtiger Teil des Gemeindelebens. Über Nacht erscheint Fridtjof, der neue Pfarrer, um den sie sich kümmern muss, die Beerdigung muss organisiert werden. Und dann ist auch noch Josefs letzter Wunsch den sie erfüllen will. Ein Geheimnis von dem keiner wissen darf, stellt Anna vor wichtige Entscheidungen.
Der Roman ist in kurze übersichtliche Abschnitte eingeteilt. Häufige Rückblicke in die Vergangenheit wechseln mit Abschnitten in der Gegenwart. Bogdahn schreibt flüssig und im Ich-Stil aus Sicht von Anna. Das Setting ist bildhaft geschildert, Gerüche und Geschmack sind so echt beschrieben, dass sie absolut greifbar und nachvollziehbar sind. Lesefluss war sofort da und innerhalb eines Tages hatte ich das Buch ausgelesen. Lustige Anekdoten und witzige Situationen, haben mich immer wieder schmunzeln lassen, doch auch die ernsthaften Abschnitte über Verlust und menschliche Tragödien haben mich nachdenklich gemacht. Die Autorin schreibt so leicht und so lebendig, man hat die Figuren vor Augen und meint jede Person zu kennen. Die Charaktere erscheinen natürlich und nicht wie geschaffen. Ganz besonders ergriffen haben mich die inneren Ansichten und Zweifel von Anna, das stellt eine Verbindung zur Protagonistin her, das macht sie authentisch. Alle Figuren sind durchweg sympathisch, das Dorfleben ist so liebevoll gezeichnet, ich habe mich sehr wohl gefühlt als ob ich dort auch zuhause wäre.
Ich mag Literatur dieser Art, unbeschwerte gute Unterhaltung, es muss nicht immer weltbewegendes passieren um eine gute Geschichte zu erzählen. Trotzdem hat der Plot Tiefgang. Gerade dies hat mir auch schon bei „Mühlensommer“ so gut gefallen, viele Parallelen kann ich zu eigenen Erlebnissen ziehen, Bogdahns Romane könnten hier, in der Nachbarschaft oder im eigenen Ort passieren. Die Autorin ist nicht weit entfernt von meiner Heimat aufgewachsen, viele geschilderte Dinge sind mir vertraut. Ein Hauch von Nostalgie und eine Prise Melancholie ist mit dabei. Deshalb genieße ich ihre Romane und hoffe, dass sie weitere schreibt.
Wem Mühlensommer gefallen hat, wird auch Mirabellentage genießen. Eine Leseempfehlung und von mir 5 Sterne.
Nur wenn von zuhause weggeht, kann heimkommen
Als der Ortspfarrer Josef ganz plötzlich verstirbt, ist es für Anna, seine Haushälterin ein großer Schock. Schon von Kindesbeinen an waren die beiden befreundet und schon jahrzehntelang führte sie ihm den Haushalt. Sie hat den Pfarrhof, den Garten und auch das gesellschaftliche, kirchliche Leben in Blumfeld im Griff. Sie ist ein wichtiger Teil des Gemeindelebens. Über Nacht erscheint Fridtjof, der neue Pfarrer, um den sie sich kümmern muss, die Beerdigung muss organisiert werden. Und dann ist auch noch Josefs letzter Wunsch den sie erfüllen will. Ein Geheimnis von dem keiner wissen darf, stellt Anna vor wichtige Entscheidungen.
Der Roman ist in kurze übersichtliche Abschnitte eingeteilt. Häufige Rückblicke in die Vergangenheit wechseln mit Abschnitten in der Gegenwart. Bogdahn schreibt flüssig und im Ich-Stil aus Sicht von Anna. Das Setting ist bildhaft geschildert, Gerüche und Geschmack sind so echt beschrieben, dass sie absolut greifbar und nachvollziehbar sind. Lesefluss war sofort da und innerhalb eines Tages hatte ich das Buch ausgelesen. Lustige Anekdoten und witzige Situationen, haben mich immer wieder schmunzeln lassen, doch auch die ernsthaften Abschnitte über Verlust und menschliche Tragödien haben mich nachdenklich gemacht. Die Autorin schreibt so leicht und so lebendig, man hat die Figuren vor Augen und meint jede Person zu kennen. Die Charaktere erscheinen natürlich und nicht wie geschaffen. Ganz besonders ergriffen haben mich die inneren Ansichten und Zweifel von Anna, das stellt eine Verbindung zur Protagonistin her, das macht sie authentisch. Alle Figuren sind durchweg sympathisch, das Dorfleben ist so liebevoll gezeichnet, ich habe mich sehr wohl gefühlt als ob ich dort auch zuhause wäre.
Ich mag Literatur dieser Art, unbeschwerte gute Unterhaltung, es muss nicht immer weltbewegendes passieren um eine gute Geschichte zu erzählen. Trotzdem hat der Plot Tiefgang. Gerade dies hat mir auch schon bei „Mühlensommer“ so gut gefallen, viele Parallelen kann ich zu eigenen Erlebnissen ziehen, Bogdahns Romane könnten hier, in der Nachbarschaft oder im eigenen Ort passieren. Die Autorin ist nicht weit entfernt von meiner Heimat aufgewachsen, viele geschilderte Dinge sind mir vertraut. Ein Hauch von Nostalgie und eine Prise Melancholie ist mit dabei. Deshalb genieße ich ihre Romane und hoffe, dass sie weitere schreibt.
Wem Mühlensommer gefallen hat, wird auch Mirabellentage genießen. Eine Leseempfehlung und von mir 5 Sterne.