Leider keine Geschichte, nur Geschichten
„Mirabellentage“, der neue Roman von Martina Bogdahn, erschienen 2026 bei Kiepenheuer und Witsch, kann leider nicht mit dem Vorgänger „Mühlensommer“ mithalten und verliert sich in Anekdoten und überzogener, gewollter Komik. Das ist schade, denn die Autorin beweist auch hier wieder grundsätzlich, dass sie schreiben kann, verliert aber ihre eigentliche Geschichte immer mehr aus den Augen, je weiter der Roman fortschreitet. Stattdessen reiht sie Anekdote an Anekdote und hier gilt wahrlich nicht: Viel hilft viel.
Die Buchbeschreibung lockt mit einem Road-Movie: Die Protagonistin Anna war über viele Jahre die Haushälterin des Ortspfarrers Josef, der überraschend verstirbt und ihr einen letzten Wunsch hinterlässt, der Anna zwingen wird, sich auf eine Reise an die See zu machen, wenn sie ihn erfüllen möchte. Schnell zieht ein neuer Pfarrer ein und Anna wird, so die Beschreibung, ganz neu mit sich und ihren eigenen Wünschen konfrontiert, mit der Frage nach Sinnhaftigkeit ihres Lebens und ihrer Vergangenheit.
Zumindest der letzte Punkt wird mehr als weidlich erfüllt, das Buch spielt zu 80 Prozent in der Vergangenheit und reiht dort ein Geschichtchen ans nächste, manche haben eine wirkliche Funktion, viele eher nicht, die meisten bemühen viel hau-drauf-Komik und persiflieren durchweg die Ortsbevölkerung (kein normaler Mensch außer Anna zu finden dort scheinbar). Das macht am Anfang noch ein paar Anekdoten lang Spaß, wirkt aber zunehmend sehr bemüht und die grundsätzlichen Übertreibungen sind irgendwann nur noch anstrengend. Die Reise von Anna zu sich selbst dagegen findet kaum statt, und die Reise an die See – nun ja, lest selbst.
Martina Bogdahn schreibt leicht, atmosphärisch stark und sinnlich spürbar, emotional und mit sympathischen Charakteren. Ihrem aus „Mühlensommer“ bekannten und bewährten Prinzip des Wechselns zwischen Gegenwartserzählung und vielen Rückblenden in die Vergangenheit bleibt die Autorin treu, nur scheint sie hier doch deutlich in der Vergangenheit festzuhängen, so dass die Struktur eigentlich keinen Sinn ergibt und formal wirkt. Warum hat sie ihr Buch nicht einfach chronologisch erzählt, wenn ihr Fokus so sehr in der Vergangenheit liegt? Das hätte hier definitiv geholfen. Am Anfang noch ein cosy Buch, gut geschrieben, mit doch auch tiefen Momenten, gleitet Bogdahn immer mehr in die Knallcharge ab. Dabei war der Ausgangsplot so gut und Anna ist eine wirklich spannende Figur – für die sich die Autorin in der Gegenwart leider kaum zu interessieren scheint. Was sie innerlich ausmacht, wohin sie mit ihrem Leben will, wie sie ihr Leben bewertet – es bleibt ungesagt. Sehr schade.
Insgesamt hat mich das Buch leider nicht wirklich begeistern können, mir fehlte da Handlungszug und gute Dramaturgie. Für Menschen, die gerne einfach nur anekdotisch lesen, macht es bestimmt Freude. Mir fehlt hier leider Tiefe und die eigentliche Geschichte, die vielen Einzelgeschichten aus der Vergangenheit docken bei mir leider nicht an.
Die Buchbeschreibung lockt mit einem Road-Movie: Die Protagonistin Anna war über viele Jahre die Haushälterin des Ortspfarrers Josef, der überraschend verstirbt und ihr einen letzten Wunsch hinterlässt, der Anna zwingen wird, sich auf eine Reise an die See zu machen, wenn sie ihn erfüllen möchte. Schnell zieht ein neuer Pfarrer ein und Anna wird, so die Beschreibung, ganz neu mit sich und ihren eigenen Wünschen konfrontiert, mit der Frage nach Sinnhaftigkeit ihres Lebens und ihrer Vergangenheit.
Zumindest der letzte Punkt wird mehr als weidlich erfüllt, das Buch spielt zu 80 Prozent in der Vergangenheit und reiht dort ein Geschichtchen ans nächste, manche haben eine wirkliche Funktion, viele eher nicht, die meisten bemühen viel hau-drauf-Komik und persiflieren durchweg die Ortsbevölkerung (kein normaler Mensch außer Anna zu finden dort scheinbar). Das macht am Anfang noch ein paar Anekdoten lang Spaß, wirkt aber zunehmend sehr bemüht und die grundsätzlichen Übertreibungen sind irgendwann nur noch anstrengend. Die Reise von Anna zu sich selbst dagegen findet kaum statt, und die Reise an die See – nun ja, lest selbst.
Martina Bogdahn schreibt leicht, atmosphärisch stark und sinnlich spürbar, emotional und mit sympathischen Charakteren. Ihrem aus „Mühlensommer“ bekannten und bewährten Prinzip des Wechselns zwischen Gegenwartserzählung und vielen Rückblenden in die Vergangenheit bleibt die Autorin treu, nur scheint sie hier doch deutlich in der Vergangenheit festzuhängen, so dass die Struktur eigentlich keinen Sinn ergibt und formal wirkt. Warum hat sie ihr Buch nicht einfach chronologisch erzählt, wenn ihr Fokus so sehr in der Vergangenheit liegt? Das hätte hier definitiv geholfen. Am Anfang noch ein cosy Buch, gut geschrieben, mit doch auch tiefen Momenten, gleitet Bogdahn immer mehr in die Knallcharge ab. Dabei war der Ausgangsplot so gut und Anna ist eine wirklich spannende Figur – für die sich die Autorin in der Gegenwart leider kaum zu interessieren scheint. Was sie innerlich ausmacht, wohin sie mit ihrem Leben will, wie sie ihr Leben bewertet – es bleibt ungesagt. Sehr schade.
Insgesamt hat mich das Buch leider nicht wirklich begeistern können, mir fehlte da Handlungszug und gute Dramaturgie. Für Menschen, die gerne einfach nur anekdotisch lesen, macht es bestimmt Freude. Mir fehlt hier leider Tiefe und die eigentliche Geschichte, die vielen Einzelgeschichten aus der Vergangenheit docken bei mir leider nicht an.