„Nur wer von Zuhause weggeht, kann Heimkommen".
Die Szenerie spielt in dem beschaulichen Dorf Blumfeld in Bayern, mit dem Bach Ache, mit einem im Wald versteckten kleinen See. Hauptakteurin ist die 54-jährige Haushälterin Anna Nass, die mit dem unerwarteten Tod des katholischen Ortspfarrers Josef Heubeck, 57 Jahre, ihrem Arbeitgeber und Freund seit ihrer Kindheit, und wegen seinem besonderen Bestattungswunsch neue Entscheidungen in ihrem festgefahrenen Leben treffen muss. Bis zur Mirabellenernte im Pfarrgarten des Sommers 2010 geht es neben der Einführung des jungen Ersatzpriesters Fridtjof Nissen auch um ihre weit zurückliegenden Erinnerungen an Elternhaus, an harte Arbeitserfahrungen und teils lustigen Erlebnissen mit der Dorfgemeinschaft. Die Episoden rund um die lateinischen bzw. pikanten italienischen Sonntagspredigten des Friesen Fridtjof ohne hochdeutsche Sprachfertigkeiten wirken despektierlich in dieser ländlichen Idylle und dörflichen vertrauten Verbundenheit miteinander. Wie sich langsam besonders über den Fahrlehrer Manfred Tanner der Wendepunkt in Annas Leben anbahnt, hätte mehr Tiefgang einnehmen können. Ihre Angst vor dem Verlust ihres heimischen Platzes im Dorf, mit dem neuen, noch zu fremden Pfarrer, ist verständlich. Komplexere Gedanken zum Thema Neuanfang in der Lebensmitte hätten sicherlich gefallen. Der letzte Wunsch des verstorbenen Pfarrers wird leider sehr unspektakulär abgewickelt.
Insgesamt wirken die Charaktere authentisch, teils originell. Der Schreibstil vermittelt sommerliche Atmosphäre.
Insgesamt wirken die Charaktere authentisch, teils originell. Der Schreibstil vermittelt sommerliche Atmosphäre.