so flüchtig wie ein Sommertag

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Mirabellentage bietet kurzweilige und leichte Unterhaltung, ohne aber länger nachzuwirken. Der Roman erzählt von der Haushälterin Anna, die viele Jahre an der Seite des Dorfpfarrers Josef im beschaulichen Blumfeld verbracht hat. Sie scheint wenige Ansprüche zu haben und ist mit ihrem Leben zufrieden. Als gute Seele des Dorfes hat sie unter anderem die Seniorengruppe und die Stuhlgymnastik ins Leben gerufen und sorgt mit ihren Aktivitäten für eine funktionierende Dorfgemeinschaft. Trotzdem hält sie sich im Hintergrund und ist eine eher bescheidene Frau.

In Rückblenden werden ihr Leben und Wirken anschaulich und lebendig beschrieben. Die ein oder andere kuriose Geschichte zum Schmunzeln darf dabei nicht fehlen. Ob dieser Humor den persönlichen Geschmack trifft, bleibt jedoch Ansichtssache.

So reizvoll das Landleben auch sein mag, so idealisiert wirkt es hier. Nicht nur, dass jeder jeden kennt, auch wirken Infrastruktur und Vereinsleben nahezu vollständig vorhanden, von der Fahrschule über den Blumenladen bis zum Schützenverein. Ein großer Zusammenhalt und Gemeinschaftssinn prägen das Dorfleben, wodurch das Bild eines beinahe perfekten ländlichen Idylls entsteht.

Nach Josefs Tod sieht sich Anna plötzlich mit einer unsicheren Zukunft konfrontiert. Sie beginnt sich zu fragen, welchen Platz sie im Pfarrhaus und im Dorfleben zukünftig haben wird und ob sie weiterhin gebraucht wird. Hier klingt zwar das Thema Neuanfang an und verleiht der Geschichte etwas Tiefe, bleibt für meinen Geschmack jedoch zu diffus und kurz angerissen.

Fazit: Insgesamt ein netter Wohlfühlroman mit liebenswerten Figuren und ländlicher Atmosphäre. Eine kleine Auszeit vom Alltag, die zwar keine großen Überraschungen bietet, aber mit ihrem warmherzigen Ton überzeugt. So leicht sich der Roman lesen lässt, so leicht ist er aber auch wieder vergessen.