Sommerlich leichte Lektüre, der manchmal etwas Tiefgang fehlt

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emacado Avatar

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„Mirabellentage“ ist ein unterhaltsames und kurzweiliges Buch, das sich angenehm lesen lässt, auch wenn es nicht ganz ohne Schwächen auskommt. Besonders positiv fällt auf, dass die Geschichte immer wieder mit Humor und Leichtigkeit erzählt wird, sodass man gut durch die Seiten getragen wird.

Allerdings wirkt die Handlung an einigen Stellen etwas zu weit hergeholt und stellenweise konstruiert. Manche Szenen sind deutlich überspitzt – etwa die Idee, ein italienisches Rezept wie eine Sonntagspredigt zu inszenieren. Das sorgt zwar für amüsante Momente, kann aber auch etwas überzogen wirken und nimmt der Geschichte gelegentlich ihre Glaubwürdigkeit.

Inhaltlich behandelt das Buch eigentlich ein eher trauriges Thema, nämlich einen Abschied. Dennoch bleibt der Ton insgesamt überraschend leicht. Das macht die Lektüre zwar angenehm, führt aber auch dazu, dass es stellenweise an Tiefe fehlt. Gerade bei einem so emotionalen Kern hätte man sich an manchen Punkten mehr Ernsthaftigkeit und Nachdenklichkeit gewünscht.

Die Figuren hingegen sind durchweg sympathisch und tragen viel zum positiven Gesamteindruck bei. Man verbringt gern Zeit mit ihnen, auch wenn die Handlung nicht immer vollständig überzeugt.

Insgesamt ist „Mirabellentage“ eine leichte, unterhaltsame Lektüre für zwischendurch – mit charmanten Charakteren, aber auch mit inhaltlichen Schwächen und verpasstem Potenzial für mehr Tiefe.