Zeit für einen Neubeginn

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nikchen Avatar

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Auch im zweiten Buch von Martina Bogdahn nimmt uns die Autorin wieder mit aufs Land, in eine kleines Dorf in Bayern.
Hier lebt Anna, Anfang fünfzig, schon ihr ganzes Leben. Sie ist hier aufgewachsen, hat in der Dorfkneipe die Kochlehre gemacht und dann als Haushälterin beim katholischen Pfarrer Josef gearbeitet. Auch Josef stammt von hier und kennt Anna schon von klein auf. Daher war es auch sein Wunsch das sie bei ihm arbeitet. Anna fühlt sich sehr wohl in ihrer Rolle, opfert sich für die Gemeinde und den Pfarrer auf und denkt immer nur an die anderen.
Doch jetzt ist Josef plötzlich tot und Anna weiß zum ersten mal nicht wie es weitergeht und dann steht da nach ein paar Tagen auch schon ein neuer Pfarrer vor der Tür. Fridjof ist gerade erst zum Pfarrer geweiht und kommt von Rom direkt in den kleinen fränkischen Ort. Eigentlich ist er aus Nordriesland und spricht nur Platt. Kann das gut gehen und wird Anna von ihm überhaupt gebraucht? Und dann ist da noch die Sache mit Josefs Asche und dem Meer.

Anna muss zum ersten mal in ihrem Leben alleine entscheiden und überlegen wie es weitergeht. Bis dahin lernen wir in Rückblicken Anna und die Dorfgemeinschaft kennen und verstehen.

Martina Bogdahn hat es auch im zweiten Buch geschafft das Dorfleben perfekt einzufangen. Ich muss bei ihrem Büchern immer sehr schmunzeln und denke so oft, dass es auch bei uns im kleinen pfälzischen Dorf spielen könnte. Ihr Schreibstil ist wundervoll bildhaft, feinfühlig und mit der passenden Prise Humor.

Mirabellentage hat mir wieder sehr gefallen, allerdings fand ich Mühlensommer noch einen Ticken besser und daher bekommt es von mir 4 Sterne.