Zwischen Heimat, Abschied und Aufbruch
Mit dem plötzlichen Tod von Pfarrer Josef Heubeck verändert sich für Anna alles. Die 54-jährige Haushälterin verliert nicht nur ihren Arbeitgeber, sondern auch einen Menschen, der sie seit Kindertagen begleitet hat. Sein Nachfolger könnte kaum unterschiedlicher sein. Fridtjof ist erst 28 Jahre alt, kommt von einer Hallig aus Nordfriesland und spricht Platt. Und das mitten in Bayern.
Anna ist pflichtbewusst und kümmert sich um den neuen Pfarrer, so wie sie es immer getan hat. Sie kocht für ihn, schickt ihn zum Friseur und zeigt ihm die kleinen Schönheiten und Eigenheiten ihrer Heimatgemeinde Blumfeld. Doch während sie sich um Fridtjof kümmert, beginnt sich ganz leise auch in ihr etwas zu verändern.
Nach und nach erfährt man mehr über Anna. Über ihre tiefe Verwurzelung in ihrer Heimat, über ihre besondere Verbindung zu Josef und über die vielen kleinen Geschichten, die ihr Leben geprägt haben. All das fügt sich ganz natürlich ineinander, bis schließlich Josefs letzter Wunsch alles ins Rollen bringt.
Anna blickt zurück. Ohne Gram, ohne Reue. Und doch spürt man, dass jetzt ihr Moment gekommen ist. Ihr Wendepunkt. Sie muss ans Meer.
Der Schreibstil von Martina Bogdahn ist dabei eine echte Wucht. Selten konnte ich mir eine Umgebung so lebendig vorstellen. Das Pfarrhaus, Annas kleines Zimmer aus ihrer Zeit als Lehrmädchen oder ihre Predigt auf der Kanzel. Alles wirkt greifbar und nah.
Besonders gefallen hat mir die feine Situationskomik, die sich immer wieder durch die Geschichte zieht. Da wird der Schriftzug auf einem Trainingsanzug kurzerhand zum Fluss umgedeutet oder aus dem Kneippen eine Kneipentour gemacht. Und schon der Name der Protagonistin, Anna Nass, bringt einen zum Schmunzeln.
Gleichzeitig steckt so viel Wärme in den Figuren. Anna ist eine stille Heldin, die oft unterschätzt wird und doch alles zusammenhält. Wie treffend das ist, zeigt dieses Zitat:
„Alle kennen dich als die Haushälterin vom Pfarrer, dabei bist du so viel mehr als das. Du bist der Kleber für diese Gemeinde. Und zwar ein guter. Keiner, der verhärtet und irgendwann doch bricht, sondern einer, der alles in Bewegung lässt und dennoch zusammenhält und dabei so weich und wohltuend ist, wie Honig.“ (Zitat S. 301)
Auch die Nebenfiguren sind wunderbar gezeichnet. Fridtjof überrascht mit feinem Gespür und leisen Gesten, während Tanner als Fahrschullehrer eine schwungvolle und lebendige Dynamik in die Geschichte bringt.
Und dann ist da noch das Cover. Der Mirabellenzweig vor dem blauen Hintergrund strahlt eine ruhige, warme Leichtigkeit aus und fängt die Stimmung des Buches perfekt ein. Es ist ein Bild für Heimat, Erinnerung und Neuanfang zugleich.
Am Ende ist Josefs Tod nicht nur ein Verlust, sondern auch ein Aufbruch. Für Anna beginnt etwas Neues. Ohne Verpflichtungen, ohne alte Rollen. Dafür mit der leisen Erkenntnis, dass man manchmal erst losgehen muss, um wirklich anzukommen.
„Heimkommen kann man nur, wenn man von zu Hause weggeht.“ (Zitat S. 303)
Eine warmherzige, kluge und leise Geschichte, die zeigt, dass Heimat und Aufbruch Hand in Hand gehen können und es nie zu spät ist, sich selbst neu zu begegnen.
Anna ist pflichtbewusst und kümmert sich um den neuen Pfarrer, so wie sie es immer getan hat. Sie kocht für ihn, schickt ihn zum Friseur und zeigt ihm die kleinen Schönheiten und Eigenheiten ihrer Heimatgemeinde Blumfeld. Doch während sie sich um Fridtjof kümmert, beginnt sich ganz leise auch in ihr etwas zu verändern.
Nach und nach erfährt man mehr über Anna. Über ihre tiefe Verwurzelung in ihrer Heimat, über ihre besondere Verbindung zu Josef und über die vielen kleinen Geschichten, die ihr Leben geprägt haben. All das fügt sich ganz natürlich ineinander, bis schließlich Josefs letzter Wunsch alles ins Rollen bringt.
Anna blickt zurück. Ohne Gram, ohne Reue. Und doch spürt man, dass jetzt ihr Moment gekommen ist. Ihr Wendepunkt. Sie muss ans Meer.
Der Schreibstil von Martina Bogdahn ist dabei eine echte Wucht. Selten konnte ich mir eine Umgebung so lebendig vorstellen. Das Pfarrhaus, Annas kleines Zimmer aus ihrer Zeit als Lehrmädchen oder ihre Predigt auf der Kanzel. Alles wirkt greifbar und nah.
Besonders gefallen hat mir die feine Situationskomik, die sich immer wieder durch die Geschichte zieht. Da wird der Schriftzug auf einem Trainingsanzug kurzerhand zum Fluss umgedeutet oder aus dem Kneippen eine Kneipentour gemacht. Und schon der Name der Protagonistin, Anna Nass, bringt einen zum Schmunzeln.
Gleichzeitig steckt so viel Wärme in den Figuren. Anna ist eine stille Heldin, die oft unterschätzt wird und doch alles zusammenhält. Wie treffend das ist, zeigt dieses Zitat:
„Alle kennen dich als die Haushälterin vom Pfarrer, dabei bist du so viel mehr als das. Du bist der Kleber für diese Gemeinde. Und zwar ein guter. Keiner, der verhärtet und irgendwann doch bricht, sondern einer, der alles in Bewegung lässt und dennoch zusammenhält und dabei so weich und wohltuend ist, wie Honig.“ (Zitat S. 301)
Auch die Nebenfiguren sind wunderbar gezeichnet. Fridtjof überrascht mit feinem Gespür und leisen Gesten, während Tanner als Fahrschullehrer eine schwungvolle und lebendige Dynamik in die Geschichte bringt.
Und dann ist da noch das Cover. Der Mirabellenzweig vor dem blauen Hintergrund strahlt eine ruhige, warme Leichtigkeit aus und fängt die Stimmung des Buches perfekt ein. Es ist ein Bild für Heimat, Erinnerung und Neuanfang zugleich.
Am Ende ist Josefs Tod nicht nur ein Verlust, sondern auch ein Aufbruch. Für Anna beginnt etwas Neues. Ohne Verpflichtungen, ohne alte Rollen. Dafür mit der leisen Erkenntnis, dass man manchmal erst losgehen muss, um wirklich anzukommen.
„Heimkommen kann man nur, wenn man von zu Hause weggeht.“ (Zitat S. 303)
Eine warmherzige, kluge und leise Geschichte, die zeigt, dass Heimat und Aufbruch Hand in Hand gehen können und es nie zu spät ist, sich selbst neu zu begegnen.