Zwischen Pfarrhaus, Mirabellen und Neuanfang

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Als Anna, langjährige Haushälterin eines fränkischen Pfarrhauses, nach dem Tod des bisherigen Pfarrers plötzlich vor einem völlig veränderten Alltag steht, beginnt für sie ein neuer Lebensabschnitt. In Mirabellentage begleitet man sie dabei, wie sie sich zwischen vertrauten Routinen, unerwarteten Veränderungen und neuen Begegnungen langsam auf die Frage einlässt, wie ihr Leben künftig aussehen könnte.

Der Einstieg in die Geschichte fiel mir ausgesprochen leicht.

Zu Anna hatte ich sofort einen besonderen Zugang, weil ich selbst katholisch sozialisiert bin und das Bild der klassischen Pfarrhaushälterin noch sehr gut aus meiner Kindheit kenne. Viele ihrer Gedanken und Reaktionen wirkten deshalb auf mich besonders authentisch und nachvollziehbar.

Der Gegensatz zwischen der süddeutschen Dorfgemeinschaft und dem jungen norddeutschen Pfarrer Fridjof hat mich immer wieder schmunzeln lassen. Gerade diese kleinen kulturellen Unterschiede sorgen für viele humorvolle Szenen.

Im weiteren Verlauf war mir manches allerdings etwas zu überdreht, sodass der Humor für meinen Geschmack gelegentlich ins Klamaukige abglitt. Trotzdem bin ich sicher, dass viele Leserinnen und Leser genau diese Leichtigkeit und den augenzwinkernden Ton besonders schätzen werden.

Insgesamt ist Mirabellentage eine warmherzige und unterhaltsame Sommerlektüre mit liebenswerten Figuren und viel Humor. Wer sich auf eine leichte Geschichte einlassen möchte und Freude an Dorfatmosphäre, skurrilen Situationen und sympathischen Charakteren hat, wird mit diesem Roman sicherlich schöne Lesestunden verbringen.