Tildas langsames Verschwinden

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buecher.am.meer Avatar

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In „Mit anderen Augen“ bemerkt die Protagonistin Tilda eines Morgens, dass ihr kleiner Finger plötzlich verschwunden ist – ohne Schmerz, ohne Blut, einfach nicht mehr da. Allein diese ungewöhnliche Ausgangssituation hat mich sofort neugierig gemacht. Die Vorstellung, dass der eigene Körper langsam verschwindet, wirkt gleichermaßen verstörend wie faszinierend.

Schon auf den ersten Seiten spürt man, dass hinter dieser Idee mehr steckt als nur ein rätselhaftes Ereignis. Die sogenannte „Unsichtbarkeitskrankheit“, die vor allem Frauen in einem bestimmten Alter betreffen soll, wirkt wie eine starke Metapher dafür, gesellschaftlich übersehen zu werden. Gerade dieser mögliche feministische Blick auf das Thema spricht mich sehr an. Tilda wirkt bereits jetzt wie eine vielschichtige Figur, und ich bin gespannt, wie sie mit Mut und Humor gegen dieses langsame Verschwinden ankämpfen wird.

Eine interessante Leseprobe, die Lust macht, direkt weiterzulesen.