Beeindruckend

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📖Tilda ist Anfang 50 und der Auffassung, dass sie ein erfüllendes Leben führt. Doch eines Tages fängt sie stückweise an unsichtbar zu werden - eine Krankheit, die viele Frauen in der Menopause bekommen und die nicht heilbar sein soll.
Statt sich wie viele andere mit der Erkrankung abzufinden und in Selbstmitleid zu versinken, macht Tilda sich auf die Suche nach einem Heilmittel.

💫 „Mit anderen Augen“ ist ein unglaublich berührender und Augen öffnender Roman, welcher nicht nur für Frauen mittleren Alters ist. Auch junge/jüngere Frauen kennen das Problem für (einen Teil der) die Gesellschaft unsichtbar zu sein - auch sie werden übergangen, ausgegrenzt, nicht gehört und nicht beachtet.

Die Autorin schafft es zeitgleich einfühlsam und schonungslos zu sein. Nach und nach bringt sie sowohl ihre Protagonistin als auch die Leser*innen zu der Erkenntnis, dass die eigene innere Sichtbarkeit ein wesentlicher Bestandteil unserer Außenwirkung ausmacht. Wenn wir nicht für uns selbst einstehen und an uns glauben, warum sollen es dann andere?

Mit Tilda und ihren Freundinnen hat Jane Tara sehr starke und grundverschiedene Persönlichkeiten erschaffen, die alle ihr Päckchen zu tragen haben und dies auf unterschiedliche Weise.
Tildas Entwicklung von einer Frau, die sich im Leben immer angepasst hat und sich dabei selbst vergessen hat, hin zu der Frau die ihre eigene Stärke findet und ihre „innere PAULA“ in den Griff bekommt, ist sehr eindrucksvoll.

Behutsam werden auch Themen wie sexueller Missbrauch, häusliche Gewalt und Alkoholabhängigkeit angesprochen.

Sprachlich ist der Roman sehr gut geschrieben mit einem wunderschönen Setting an der australischen Küste. Die Kapitellänge ist gut durchgemischt, wodurch sich die Geschichte entspannt lesen lässt.

„Mit anderen Augen“ ist mein zweites Lese-Highlight für 2026!