Ein Plädoyer für mehr Selbstwert, Sichtbarkeit, Selbstwirksamkeit

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"Wir können die Dinge nicht sehen, wie sie sind, denn unsere Natur zwingt uns dazu, sie nur so zu sehen, wie wir sind. Uns selbst werden wir niemals los."

Vorwort

Tja, doch irgendwie verliert Tilda sich gerade selbst. Erst kann sie ihren kleinen Finger nicht mehr sehen, dann verschwinden nach und nach andere Körperteile. Die Diagnose ist niederschmetternd: Beginnende Unsichtbarkeit, kann bis zur völligen Unsichtbarkeit führen, unheilbar.

Tilda ist nicht bereit, das hinzunehmen und beschließt, gegen diese Krankheit anzukämpfen.

Wow, was für ein Buch! Überzeichnet beschreibt die Autorin, was Frauen ab Mitte 40 erleben. Man wird bei Beförderungen übersehen, kann beim jungen Barkeeper nicht mehr bestellen, weil er einfach nicht mehr auf einen reagiert, ... Alltag bei alternden Frauen.

Bei ihrem Heilungsprozess unterstützt Tilda eine Expertin, die selbst ihre Unsichtbarkeit besiegt hat. Und sie besucht eine Selbsthilfegruppe, die sich wohl eher Selbstmitleidgruppe nennen sollte. All diese wunderbaren Frauen dort haben etwas Einschneidendes erlebt, bei dem sie das Gefühl hatten, nicht mehr sichtbar zu sein - oder sich unsichtbar machen zu wollen. Tilda findet dort einige wunderbare neue Freundinnen, die sich gegenseitig unterstützen.

Tilda beginnt, Dinge anders zu machen, anders zu sehen, und startet ihre eigene "Eat-Pray-Love"-Reise. Sie feiert sich, ihre Freundinnen, beginnt mit Meditation, bucht ein Schweige-Retreat und lernt den wundervollen Patrick kennen, der sie trotz seiner fast völligen Blindheit wirklich sehen kann.

Dabei kämpft sie gegen PAULA (Programm Aller Unhinterfragten Langzeit-Automatismen), die Glaubenssätze, die sie schon ihr ganzes Leben begleiten - wie jeden von uns. Schmerzhaft wird sie sich ihrer Ängste und ihres verschobenen Selbstbildes bewusst.

Was sie damit startet, ist ein wunderbarer, faszinierender und heilsamer Weg für mehr Selbstwert, Sichtbarkeit und Selbstwirksamkeit. Dabei lernt sie, dass es viel wichtiger ist, wie man sich selbst sieht als wie man von anderen gesehen wird.

Ich bin kein großer Fan der Bezeichnung "Must-Read", denn jeder sollte selbst für sich entscheiden, womit er seine (Lese-)Zeit verbringt. Bei diesem Buch aber liegt mir dieses Wort tatsächlich auf der Zunge. Ein Roman, den es auf Krankenschein geben sollte!

Fazit:

Ein Plädoyer für mehr Selbstwert, Sichtbarkeit, Selbstwirksamkeit und die wunderbare, kraftvolle Energie, die Frauen gemeinsam entfesseln können.