Humorvoll, klug und inspirierend für alle Frauen, egal welches Alter!

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leonie317 Avatar

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Bevor ich das Buch überhaupt erst angefangen habe, war ich schon total begeistert von der Idee der Autorin. Für mich ist das nicht nur ein Roman mit einer schönen Geschichte, sondern eine gesellschaftskritische Metapher was die Sichtbarkeit von Frauen mittleren Alters in der heutigen Zeit angeht.
Die Unsichtbarkeit auf physischer Ebene zu betrachten um auf kluge und humorvolle Weise darauf aufmerksam zu machen, wie es Frauen in Tilda`s Alter tatsächlich geht, finde ich einfach nur genial.

Als Tilda mit Schrecken feststellt, dass einige ihrer Körperteile nicht mehr zu sehen sind, sucht sie Hilfe bei ihrer Ärztin. Diagnose: Unsichtbarkeit. Nicht heilbar. Eine Krankheit, die, da sie nur Frauen betrifft, noch sehr unerforscht ist. Es beginnt im Beruf, dass Frauen nicht mehr richtig gesehen werden. Und nach und nach verschwinden sie einfach ganz. Tilda kann und will das nicht auf sich sitzen lassen. Und so versucht sie mit Hilfe einer sehr bekannten Therapeutin "sich selbst wieder richtig zu sehen" - Sie lernt ihre eigene Kritikerin kennen, die gar nicht mal so sympathisch ist, und versucht sie zu verstehen und mit ihr umzugehen. Sie will glücklich sein! Und sie will, jedes einzelne Körperteil SEHEN. Ganz egal, wieviel Falten, Narben, Schatten -> Sie erkennt wie unwichtig das alles ist. Denn all das ist SIE. Was ich dem Buch so besonders finde, ist, dass es so nahbar und inspirierend ist. Ich konnte aus dieser Geschichte richtig viel für mich selbst mitnehmen.
Tilda hat außerdem eine sehr sympathische, leicht ironische Art mit ihrer Situation umzugehen und das hat mich an manchen Stellen wirklich zum Lachen gebracht! Und das passiert mir bei Büchern tatsächlich eher seltener.

Was ich etwas schade fand, dass natürlich aus dem Nichts auf einmal ein ganz toller Mann in Tilda`s Leben auftaucht, der wahnsinnig verständnisvoll und charmant ist und Tilda so mag wie sie ist. Das ist natürlich per se nicht schlechtes. Aber mir war das zu klischeehaft. 1. Wie realistisch ist es denn, dass man in einem Cafe einfach so einen solchen Mann kennen lernt? 2. Es hätte doch auch einfach mal ohne Mann gehen können. Die ganze Geschichte ist für mich so eine schöne Liebeserklärung an die eigene Weiblichkeit, an die Frau in uns -> wir finden das Glück in uns selbst und nicht in anderen. Jane Tara hat das trotzdem genau so rüber gebracht und der Fokus lag zum Glück nicht auf der Beziehung zwischen Tilda und ... ach mist, hab schon wieder vergessen wie er hieß.. Naja, weil er eben für mich nicht so wichtig war in der Geschichte.. ;)

Von meiner Seite eine ganz klare Leseempfehlung für alle Frauen, egal welches Alter! Lasst euch inspirieren!