PAULA, halt den Rand!
Jenseits der fünfzig steht man als Frau eine harte Zeit durch. Nicht nur die Wechseljahre, die uns zu schaffen machen, nein, es ändert sich unsere Wahrnehmung, unser Körpergefühl, aber, noch wichtiger: wie die Mitmenschen - hauptsächlich Männer und manchmal auch jüngere Frauen (was meckert die Alte?) - uns wahrnehmen, ändert sich auch.
Peu a peu werden wir unsichtbar. Nicht mal der frechste Bauarbeiter schickt uns noch einen müden Pfiff hinterher. Ab und zu und dann immer häufiger stehen aber junge Leute in der U-Bahn auf und bieten uns ihren Sitz an. Deprimierend!
In diesem Buch wehrt sich die Frau dagegen. Sie beschließt, sichtbar zu bleiben und ihren Platz zu behaupten. Tilde überdenkt ihr Selbstwertgefühl und baut eine neue Beziehung zu sich selbst auf. Das Lesen hat mich dazu gebracht, auch über mich selbst nachzudenken, mein Ich zu hinterfragen.
Dies ist eines jener Bücher, das ohne Actionszenen, ohne heiße Liebesszenen auskommt. Filigrane Zwischentöne, allmähliche Entfaltung der Gedanken und der Charaktere zeugen von der großen Sensibilität der Autorin. Das Buch ist unaufdringlich aber spricht uns Frauen an der Grenze zur Unsichtbarkeit sehr an.
Männer jenseits der 50 haben es leichter. Sie drehen noch einmal richtig auf: nach der Scheidung muss eine Trophy-Wife á la Melania her, ein schnittiger Sportwagen, der Passat tut es nicht mehr. Die Männer laufen nun Marathon, lernen tauchen, surfen, beherrschen den Surf-Kite, machen den Segelschein und so weiter. Kosmetische Behandlungen, Haartransplantationen oder Toupet, Fettabsaugen, alles da. Und sie sind sichtbar.
Jane Taras Rezept gegen diese schreckliche Krankheit, die nur und ausschließlich Frauen befällt, ist, sich selbst zu behaupten, anderen Frauen zu helfen, wieder sichtbar zu werden oder sie aus toxischen Beziehungen zu befreien. Uneigennützige Hilfe, Meditieren, sich hinaus in die Gesellschaft wagen, bringen Tilda und ihren Mitstreiterinnen aus der Selbsthilfegruppe, die Sichtbarkeit zurück.
Ihr Exmann, Tom, hatte sie Zeit ihrer Ehe immer klein gemacht, ihre Pläne belächelt, nichts für Gut befunden, was sie tat. Obwohl ihre Firma die ganze Familie ernährt hat, als Tom arbeitslos war, Anerkennung fand sie nie. Nun hat Tom eine neue Geliebte und Tilda erkennt das gleiche Muster im Verhalten Toms, das er auch mit ihr an den Tag gelegt hat. Und genau wie Tilda am Anfang es getan hat, nimmt auch die neue Partnerin alles für bare Münze, was Tom sagt, macht sich klein, um ihn umso größer erscheinen zu lassen. Die Geschichte wiederholt sich.
Tilda hat nun ein anderes Standing im Leben, sie hat einen Freundeskreis, auf den sie vertrauen kann, sie zu unterstützen und ja, sie hat jetzt auch einen Geliebten, dem sie all ihre Probleme und Sorgen anvertrauen kann, der sich an ihrer teilweisen Unsichtbarkeit nicht stört. OK, vielleicht ist es hilfreich, dass Martin blind ist. Trotzdem ein erfolgreicher Geschäftsmann, Musiker und Wellen Surfer.
Am Ende wird alles gut. Tilda wird wieder komplett sichtbar, ihre Partnerschaft mit Martin vertieft sich, er scheint intuitiv zu erfassen, was sie gerade braucht. Gibt es solche Männer überhaupt?
Tilda gelingt es, PAULA in ihre Schranken zu weisen, Paula wird sie von nun an nicht mehr nur kritisch hinterfragen und herabsetzen, sondern sich konstruktiv an ihrem Leben beteiligen. Doch wer ist PAULA? PAULA ist das Akronym für “Programm Aller Unhinterfragt Langzeit-Automatismen”, Tildas innerer Miesepeter, ihr Schweinehund, der sie in die Depression hineinzieht. PAULA hat all ihre negativen Erfahrungen seit der Kindheit wie ein Supercomputer gespeichert und präsentiert sie Tilda, sobald eine neue negative Erfahrung naht. Und eben diese PAULA lernt nun Tilda im Zaum zu halten und zu reduzieren.
Ich wünschte, ich könnte das auch!
Peu a peu werden wir unsichtbar. Nicht mal der frechste Bauarbeiter schickt uns noch einen müden Pfiff hinterher. Ab und zu und dann immer häufiger stehen aber junge Leute in der U-Bahn auf und bieten uns ihren Sitz an. Deprimierend!
In diesem Buch wehrt sich die Frau dagegen. Sie beschließt, sichtbar zu bleiben und ihren Platz zu behaupten. Tilde überdenkt ihr Selbstwertgefühl und baut eine neue Beziehung zu sich selbst auf. Das Lesen hat mich dazu gebracht, auch über mich selbst nachzudenken, mein Ich zu hinterfragen.
Dies ist eines jener Bücher, das ohne Actionszenen, ohne heiße Liebesszenen auskommt. Filigrane Zwischentöne, allmähliche Entfaltung der Gedanken und der Charaktere zeugen von der großen Sensibilität der Autorin. Das Buch ist unaufdringlich aber spricht uns Frauen an der Grenze zur Unsichtbarkeit sehr an.
Männer jenseits der 50 haben es leichter. Sie drehen noch einmal richtig auf: nach der Scheidung muss eine Trophy-Wife á la Melania her, ein schnittiger Sportwagen, der Passat tut es nicht mehr. Die Männer laufen nun Marathon, lernen tauchen, surfen, beherrschen den Surf-Kite, machen den Segelschein und so weiter. Kosmetische Behandlungen, Haartransplantationen oder Toupet, Fettabsaugen, alles da. Und sie sind sichtbar.
Jane Taras Rezept gegen diese schreckliche Krankheit, die nur und ausschließlich Frauen befällt, ist, sich selbst zu behaupten, anderen Frauen zu helfen, wieder sichtbar zu werden oder sie aus toxischen Beziehungen zu befreien. Uneigennützige Hilfe, Meditieren, sich hinaus in die Gesellschaft wagen, bringen Tilda und ihren Mitstreiterinnen aus der Selbsthilfegruppe, die Sichtbarkeit zurück.
Ihr Exmann, Tom, hatte sie Zeit ihrer Ehe immer klein gemacht, ihre Pläne belächelt, nichts für Gut befunden, was sie tat. Obwohl ihre Firma die ganze Familie ernährt hat, als Tom arbeitslos war, Anerkennung fand sie nie. Nun hat Tom eine neue Geliebte und Tilda erkennt das gleiche Muster im Verhalten Toms, das er auch mit ihr an den Tag gelegt hat. Und genau wie Tilda am Anfang es getan hat, nimmt auch die neue Partnerin alles für bare Münze, was Tom sagt, macht sich klein, um ihn umso größer erscheinen zu lassen. Die Geschichte wiederholt sich.
Tilda hat nun ein anderes Standing im Leben, sie hat einen Freundeskreis, auf den sie vertrauen kann, sie zu unterstützen und ja, sie hat jetzt auch einen Geliebten, dem sie all ihre Probleme und Sorgen anvertrauen kann, der sich an ihrer teilweisen Unsichtbarkeit nicht stört. OK, vielleicht ist es hilfreich, dass Martin blind ist. Trotzdem ein erfolgreicher Geschäftsmann, Musiker und Wellen Surfer.
Am Ende wird alles gut. Tilda wird wieder komplett sichtbar, ihre Partnerschaft mit Martin vertieft sich, er scheint intuitiv zu erfassen, was sie gerade braucht. Gibt es solche Männer überhaupt?
Tilda gelingt es, PAULA in ihre Schranken zu weisen, Paula wird sie von nun an nicht mehr nur kritisch hinterfragen und herabsetzen, sondern sich konstruktiv an ihrem Leben beteiligen. Doch wer ist PAULA? PAULA ist das Akronym für “Programm Aller Unhinterfragt Langzeit-Automatismen”, Tildas innerer Miesepeter, ihr Schweinehund, der sie in die Depression hineinzieht. PAULA hat all ihre negativen Erfahrungen seit der Kindheit wie ein Supercomputer gespeichert und präsentiert sie Tilda, sobald eine neue negative Erfahrung naht. Und eben diese PAULA lernt nun Tilda im Zaum zu halten und zu reduzieren.
Ich wünschte, ich könnte das auch!