Idee gut, Umsetzung schwierig

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simhei Avatar

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Ich fand die Idee der Unsichtbarkeit von Frauen in den späten mittleren Jahren sehr gut. Allerdings hat mich die Geschichte relativ schnell enttäuscht. Auf der einen Seite strotzt sie vor Klischees (Protagonistin wohn in traumhafter Lage am Strand, hat einen Traumjob, Freundinnen, zwei wohl geratene Kinder, Hund und Katze und kümmert sich noch um eine alleinstehende Nachbarin). Auf der anderen Seite kam das Buch nicht so richtig in Schwung und für meinen Geschmack drehte sich Tilda im Kreis. Die Botschaft, dass man stark auf seine inneren Dialoge und Glaubenssätze achten muss, hätte auch wirklich etwas eher kommen können. Gefühlt sitzt Tilda immer mit irgendjemanden irgendwo und isst und trinkt und versucht ihr Problem zu lösen. Und dann ist da auch noch die Geschichte mit dem für meinen Geschmack viel zu perfekten Patrick, der zufällig blind ist. Deshalb wäre es auch nicht schlimm, wenn sie ihre Unsichtbarkeit nicht in den Griff bekäme. Nee, das hat mich leider nicht überzeugt.