Mit Tilda auf Selbstfindungsreise

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milasuperstar Avatar

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Erst der kleine Finger, dann ein Ohr, schließlich die ganze Hand: Tilda - knapp über 50, geschieden, Mutter erwachsener Zwillingstöcher und erfolgreiche Unternehmerin - erhält die Diagnose "Unsichtbarkeit", die ihr den Boden unter den Füßen wegzieht und sie in eine existenzielle Krise stürzt. Tilda stellt fest, dass sie sich schon seit Jahren unsichtbar fühlt und hinterfragt sich und ihre Lebensentscheidungen. Sie begibt sich auf Selbstfindungsreise und erkennt, dass sie sich selbst nie erlaubt hat, Glück zu empfinden, weil sie gleichzeitig Angst hatte, dass dieses Glück ihr sofort wieder entrissen wird. "Das war kein Leben. Es war Überleben. Und es musste sich ändern." Doch bis dahin ist es ein langer Weg ...

Der Einstieg in die Geschichte hat mir gut gefallen. Die Autorin entwirft ein Szenario, das - so absurd die Diagnose auch klingen mag - vielen Frauen in Tildas Alter bekannt vorkommen dürfte. Tilda ist eine sympathische Protagonistin, die objektiv betrachtet ein schönes Leben hat: tolle Töchter, wunderbare Freundinnen, genug Geld um sorgenfrei leben zu können. Sie ist aber auch sehr real und greifbar, sie zweifelt und hadert mit sich, sie trotzt und kämpft. Es macht Spaß, sie auf ihrer Selbstfindungsreise zu begleiten. Unwillkürlich stellt man sich selbst viele ihrer Fragen. Der Schreibstil ist sehr pointiert und ich mochte den trockenen, leicht überspitzten Humor. Leider hat mir nicht gefallen, wie sich die Geschichte entwickelt hat. Die Autorin dichtet Tilda einen Love Interest an, der jegliche Klischees bedient, ernste Themen werden kurz angerissen, lösen sich aber alle in Wohlgefallen auf und das Ende der Geschichte ist sehr weichgezeichnet.

Kein schlechtes Buch, aber es lässt mich ein wenig enttäuscht zurück. Das Thema war interessant, ich mochte den Humor und die gewisse Leichtigkeit, aber für meinen Geschmack hätte sich die Autorin noch differenzierter mit dem Thema befassen müssen, die Gesellschaftskritik mehr in den Vordergrund stellen. So bleibt das Buch letztendlich ein wenig nichtssagend.