Sehr gute Unterhaltung

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Von

MIT ANDEREN AUGEN
Jane Tara
ET: 22.04.26

„Eine Zen-Weisheit besagt, dass man jeden Tag zwanzig Minuten meditieren soll, es sei denn, man hat keine Zeit – dann soll man eine Stunde meditieren.“ (S. 266)

Tilda Finchs kleiner Finger ist plötzlich verschwunden. Oder besser gesagt: unsichtbar. Sie kann ihn noch spüren, doch sehen lässt er sich nicht mehr. Tief beunruhigt sucht sie ihre Ärztin auf, die eine ungewöhnliche Diagnose stellt: Unsichtbarkeit. Nach und nach werden weitere Körperteile verschwinden – bis Tilda schließlich vollständig unsichtbar ist.

Doch wie konnte es so weit kommen? Alles begann damit, dass ihr Mann sie nicht mehr wahrnahm und sich schließlich von ihr trennte. Mit der Zeit scheint auch ihre Umwelt sie immer öfter zu übersehen.

„Das Leben, das sie für sich geplant hatte, war längst verschwunden. Und jetzt war auch Tilda dabei zu verschwinden.“ (S. 261)

Ob und wie Tilda einen Weg zurück in die Sichtbarkeit findet, müsst ihr natürlich selbst herausfinden …

Der Roman greift Themen wie Selbstfindung und Selbstwert auf und zeigt, wie wichtig es ist, gerade in der Lebensmitte wieder mehr Bewusstsein und Vertrauen in sich selbst zu entwickeln.

Die Grundidee hat mir sehr gut gefallen: Das Verschwinden als Metapher für Frauen, die älter werden und zunehmend weniger wahrgenommen werden, ist stark umgesetzt. Allerdings wirkte das Buch auf mich stellenweise etwas zu sehr wie ein Lebensratgeber. Trotz dieses kleinen Kritikpunkts lässt es sich dank des feinen Humors angenehm und flüssig lesen.

Fazit:
Ein lesenswertes Buch für alle, die sich für Themen wie Meditation, Selbstreflexion und innere Balance interessieren. Besonders Leser*innen, denen Das Café am Rande der Welt gefallen hat, dürften hier auf ihre Kosten kommen. Für mich war es sehr gute Unterhaltung.
4/5