Sehr plakativ, wenig geistreich

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tochteralice Avatar

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Die Autorin Jane Tara hatte eine tolle Idee und zwar, die Unsichtbarkeit, die viele Frauen in bezug auf sich selbst und auf viele Geschlechtsgenossinnen empfinden, in einen kreativen, originellen Roman zu packen. Und zwar, indem sie diese Unsichtbarkeit sichtbar macht: die Frauen werden nach und nach für sich und für andere unsichtbar.

Eine Krankheit, die Fachleuten durchaus bekannt ist (also nicht in Wirklichkeit, sondern im Roman), mit der sich aber nur weibliche Medizinerinnen auseinandersetzen.

Hier geht es um Tilda, eine erfolgreiche Untenehmerin Anfang fünfzig, geschieden (er ist abgehauen), Mutter von Zwillingstöchtern, die Teile von sich verschwinden sieht - zuerst einen kleinen Finger, dann irgendwann den Hals...

Tilda beginnt auf unterschiedliche Art dagegen anzugehen und merkt, dass nur sie selbst mit ihrer Sicht der Dinge etwas ändern kann. Natürlich trifft sie dann nicht nur den Traummann, sondern auch allgemein auf Verständnis und auf Zuspruch.

Zunächst hat mich das Thema fasziniert, aber bald habe ich nur noch aus Pflichtgefühl weitergelesen. Insgesamt kam mir das Buch wenig emanzipiert und befreiend vor. Denn selbstverständlich war immer nur die Unsichtbarkeit, die Sichtbarkeit, die für mich, meine Eltern und viele Menschen um mich herum schon seit Jahrzehnten selbstverständlich ist, die gibt es hier nur in Ansätzen!