Sichtbar bleiben

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Dieser Roman ist eine starke Allegorie für die Sichtbarkeit von Frauen im Alltag. Spätestens mit den Wechseljahren werden Frauen nicht mehr gesehen. Unter anderem durch die vielen gesellschaftlichen Rollen, die Frauen erfüllen, beginnen viele auch zu diesem Zeitpunkt sich selbst nicht mehr zu sehen. Genau so geht es Tilda, deren Finger als erstes unsichtbar wird - direkt gefolgt von der Diagnose „Unsichtbarkeit“. Dieses Buch könnte nun wehleidig und voller Selbstmitleid sein, aber so ist Tilda nicht. Die erfolgreiche Geschäftsfrau, Mutter und Fotografin wird von ihrer Familie und ihren Freundinnen unterstützt, macht sich aber vor allem selbst stark für den Kampf gegen diese unerforschte Krankheit.
Jane Tara übt eine pointierte Gesellschaftskritik, zeigt aber auch vor allem Frauen, die durch die gegenseitige Unterstützung stark sind; Frauen, die sich gegenseitig sehen und sichtbar machen. Ein schöner Roman, der auf sehr vielen Ebenen gelesen werden kann.