Spannende Perspektive!

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Ein wirklich origineller Roman über die Unsichtbarkeit von Frauen im mittleren Lebensalter! Sowohl im Alltag, im Beruf und in Beziehungen. Im Zentrum steht Tilda, die plötzlich buchstäblich „verschwindet“ und sich gezwungen sieht, ihr eigenes Leben und ihre Rolle in der Gesellschaft neu zu hinterfragen.

Feministisch gelesen ist das Buch besonders stark in seiner zugespitzten Metapher: Unsichtbarkeit wird hier nicht nur sozial beschrieben, sondern körperlich erfahrbar gemacht. Damit macht der Roman sehr direkt sichtbar, wie sehr Frauen jenseits von Jugend und Leistungsfähigkeit aus Aufmerksamkeit und Anerkennung herausfallen und das trotz (oder gerade wegen?) ihrer Care-Arbeit und emotionalen Stabilität.

Die Sprache ist zugänglich und leicht, was den gesellschaftskritischen Kern gut transportiert. Ein kluges, zugängliches Buch mit einer starken feministischen Grundidee, das ich besonders überzeugend finde, da es strukturelle Unsichtbarkeit von Frauen nicht nur beschreibt, sondern spürbar macht.